Mit „Jute statt Plastik“ fing es an: Moerser Eine-Welt-Laden wird 40

Jubiläum in Moers : Mit „Jute statt Plastik“ fing es an: Eine-Welt-Laden wird 40

Im Jahr 1979 nahm die Eine-Welt-Gruppe im CVJM Moers die Arbeit auf. Am 19. September wird das Jubiläum in der Stadtkirche gefeiert.

Der Eine-Welt-Laden des CVJM Moers wird 40 Jahre alt. Der Slogan „Jute statt Plastik“ stand 1979 am Anfang, als es mit der Eine-Welt-Arbeit im CVJM losging. „Erst haben wir Jutebeutel aus Bangladesch als Alternative zu den Plastiktüten angeboten. Schnell wuchs das Angebot,“ erzählt Harmut Schaap, der über Jahrzehnte den Arbeitszweig koordinierte. „Produkte waren nachgefragt, die eine Alternative zu einem Mainstream boten, bei dem bis heute wenig nachhaltig und ohne Rücksicht auf die Arbeitsbedingungen vor Ort produziert wird. Und mit Nicaragua-Kaffee und fair gehandeltem Tee wurden uns über die GEPA solche Alternativen geboten, die wir dann auch Menschen in Moers anbieten konnten. Der CVJM hat einer Gruppe von engagierten Frauen und Männern den organisatorischen Rahmen geboten, um ein Verkaufsangebot zu etablieren.“

Heute werden weit mehr fair gehandelte Produkte als nur Kaffee und Tee angeboten. Lange Jahre fand der Verkauf am Moerser Wochenmarkt statt. „Für die Laufkundschaft war das natürlich ideal, aber Auf- und Abbau waren anstrengend und es sind ja auch nicht immer 25 Grad und Sonnenschein. Da waren wir froh, dass wir vor zwei Jahren von der Kirchengemeinde das Angebot bekamen, in der gerade wiedereröffneten Stadtkirche unseren Fairen Produkte anzubieten. Heute findet der Verkauf freitags und samstags von elf bis 14 Uhr im Blauen Raum der Stadtkirche statt“, berichtet Roswitha Paschen, die das zwölfköpfige Team des Eine-Welt-Ladens zusammen mit Peter Bongertz leitet.

Ruth Gasthaus war Mitarbeiterin der ersten Stunde im Eine-Welt-Laden und hilft heute mit ihren über achtzig Jahren immer noch regelmäßig mit. Sie berichtet noch von einem weiteren Aspekt: „Seit Anfang der 1980er Jahre gehen alle Überschüsse, die wir aus dem Verkauf erzielen, an die Partnerschaft des Kirchenkreises mit koptischen Christen in Ägypten. Für uns ein Zeichen der Solidarität mit anderen Christen, aber auch ganz direkte und praktische Hilfe vor Ort. Dr. Meyer-Mintel, der das Projekt lange Zeit beim Kirchenkreis betreut hat, konnte uns immer wieder von seinen Reisen berichten, wo und wie unser Geld dort positiv wirken kann.“

„Dass ein Verein wie der CVJM, der vor allem für seine Kinder- und Jugendarbeit bekannt ist, einen Einen-Welt-Laden betreibt, überrascht viele erstmal,“ erläutert Bernd Tersteegen aus dem Vorstand der CVJM Moers. „Die Eine-Welt-Arbeit integriert sich aber sehr gut in unsere Jugendarbeit. ,Fridays-for-Future’ belegt doch, dass Jugendliche nicht hinnehmen, dass wir einen Lebensstil führen, der nur auf Kosten von Menschen in anderen Teilen der Welt möglich ist. Und genau das ist auch der Kern der Eine-Welt-Arbeit. So kann der ,EWL’ im CVJM zu einer Bereicherung für alle werden.“

(RP)