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Moers: Mit der Flak gegen die Bomber

Moers : Mit der Flak gegen die Bomber

Zur Verteidigung und Abwehr wurden im Kreis Moers, Homberg und Rheinhausen viele Flakstationen errichtet, um kriegswichtige Industrien zu schützen, wie zum Beispiel das Treibstoffwerk in Meerbeck.

Viele kriegswichtige Industrien waren im damaligen Kreis Moers beheimatet. Das NS-Regime war sich darüber im Klaren und begann schon vor Kriegsbeginn mit dem Aufbau einer schlagkräftigen Luftabwehr im Kreis Moers. Zu Beginn des Krieges rechnete man allerdings nur mit Angriffen von Franzosen und Engländern. An einen Kriegseintritt der Amerikaner dachte zu diesem Zeitpunkt noch niemand. So war die Luftverteidigung auch nur auf Angriffe von Seiten der Briten und Franzosen ausgerichtet. Schließlich waren deren unterschiedliche Flugzeugtypen mit Reichweite, Flughöhe und Bombenlast bestens bekannt, so dass man eine gezielte Verteidigungsstrategie entwickeln konnte.

Das Kernstück der Luftabwehr bildete die Flak. Jagdflieger standen zwar bereit, konnten aber zu Beginn des Bombenkrieges nur tagsüber effektiv eingesetzt werden. Zumindest zu Beginn des Bombenkrieges waren die Jagdflieger organisatorisch und flugtechnisch noch nicht in der Lage, als Nachtjäger zu fungieren.

In ganz Moers und Umgebung waren daher Flakstellungen zur Luftabwehr aufgestellt. Zu dem Abwehrbollwerk gehörte die schwere 8,8-Zentimeter-Flak, die leichte 2,2-Zentimeter-Flak und die 3,7- Zentimeter-Flak in Einzel-, Zwilling-oder Vierlingsschützen. Zudem gehörten zu jeder Flakstellung allerlei Spezialausrüstungen, wie Horchgeräte und Scheinwerfer, die bei klarem Wetter bis zu 7000 Meter in die Höhe strahlen konnten. So durchstreiften riesige Lichtkegel nachts den Luftraum über dem Kreis Moers und den angrenzenden Gebieten. Bis zu zwei Meter betrug der Durchmesser dieser Scheinwerfer.

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Schutz für das Treibstoffwerk

Vor allem rund um das Treibstoffwerk in Meerbeck waren besonders viele Flakgeschütze aufgestellt, wie beispielsweise an der Grafschafter Straße in der Nähe des Bahndammes. Die schwere 8,8-Zentimeter- Flak konnte Ziele bis etwa 8000 Meter Höhe erreichen und wurde in Batterien von bis zu sechs Kanonen verwendet. Diese Flak fand auch als Einzelgeschütz für den Objektschutz Verwendung. Die leichteren Geschütze waren für den direkten Beschuss in Höhen von 2000 bis 3000 Meter vorgesehen.

Große Flakstellungen waren auch im Binsheimer-Feld und am Binsheimer Rheindamm aufgestellt. In den Homberger Rheinwiesen, auf dem Rheindamm in Uettelsheim und vor allem im Essenberger Bruch standen Großkampfbatterien. Im Raum Moers stand unter anderem eine große Abwehrstellung in der Mathek-Siedlung. Auch westlich von Moers in Richtung Neukirchen-Vluyn und im Repelner Raum standen große Batterien.

Eine zentrale Aufgabe bei der Verteidigung spielte die so genannte schwere Eisenbahnflak. Diese war auf einen Eisenbahnwaggon montiert und konnte so nachts schnell zwischen den Brennpunkten hin und her rangiert werden.

(RP)