Moers: Mischling Felix lebt jetzt im Schloer-Stift

Moers: Mischling Felix lebt jetzt im Schloer-Stift

Ein Hund ist in dem Seniorenheim in Moers eingezogen. Elionore Maurer ist von ihrem Mitbewohner, dem achtjährigen Hund Felix, begeistert. Auch andere Heimbewohner freuen sich über den Zuwachs.

Das Schloer-Stift Altenheim der Grafschafter Diakonie hat seit kurzem einen ganz besonderen Mitbewohner, einen auf vier Pfoten. Seit Anfang Februar hält der kleine Mischling Felix das Altenheim auf Trab. Stolze Besitzerin ist Elionore Maurer (75), Bewohnerin des Moerser Altenheims am Freizeitpark: "Es war Liebe auf den ersten Blick", schwärmt sie. Der achtjährige Hund mit schwarzem Fell wurde aus Frankreich über Tierfreunde in die "Kleine Arche", in ein Tierheim nach Straelen gebracht. Wegen seines hervorstehenden Eckzahns, seiner Fellfarbe und seines fortgeschrittenen Alters galt er als schwer vermittelbar.

Davon wusste Karin Kuhlmann, die ehrenamtlich im Straelener Tierheim tätig ist: "Mir war bekannt, dass Frau Maurer früher selbst Hunde hatte und ihr ein Vierbeiner fehlt. Ich dachte, dass Felix der Richtige ist." Daraufhin trat sie mit der Heimleitung der Seniorenresidenz in Verbindung, in der Haustiere erlaubt sind. Zusammen haben sie alle Details besprochen: "Kosten, Betreuung und einen akzeptablen Notfallplan müssen garantiert sein", sagt Kuhlmann. Falls Maurer kurzfristig erkrankt, springen andere Heimbewohner ein, um mit dem Hund Gassi zu gehen. Sollte sie längerfristig erkranken, würde die Arche den Vierbeiner erneut aufnehmen.

Als Elionore Maurer von der Idee erfuhr, war sie gleich begeistert. Die beiden verstanden sich auf Anhieb. Felix bellt nicht, zieht nicht und schnappt nicht. Er ist ein angenehmer Gefährte. "Ich werde durch Felix wieder gefordert und fühle mich im Alltag sicherer", sagt sie. Felix kann nun seinem Namen alle Ehre machen, denn Felix bedeutet "der Glückliche". Bisher hatte er kein Glück mit seinem Schicksal.

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Auch viele andere Heimbewohner freuen sich über den Neuling. "Menschen, die sonst eher in sich gekehrt sind, fangen plötzlich an zu erzählen, sobald sie mit dem Hund in Kontakt kommen", sagt Thorsten Krüger, Heimleiter des Schloer-Stifts: "Einige hatten früher selber Hunde und fühlen sich an diese Zeit erinnert", erklärt er weiter. Genauso ist es bei Ursula Pricken, die sich auch über den Hund freut.

Obwohl alle Heimbewohner inzwischen wissen, dass ein Hund mit ihnen unter einem Dach lebe, habe noch niemand die Heimleitung gefragt, ob noch weitere Haustiere einziehen dürfen, sagt Krüger. "Grundsätzlich sind wir für alle Haustiere offen, solange ihre Versorgung sichergestellt ist. Wir nehmen auch die Schildkröte im Terrarium auf", sagt er. Bisher gäbe es allerdings nur Anfragen von zukünftigen Bewohnern, ob sie mit Haustier einziehen können. Schlecht stehen die Chancen nicht auf mehr Tiere — alle Bewohner und die Heimleitung haben schließlich gute Erfahrungen mit Neuling Felix gemacht.

(RP/rl)
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