Kamp-Lintfort: Ministerin besucht Campus-Baustelle

Kamp-Lintfort : Ministerin besucht Campus-Baustelle

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze kam gestern nach Kamp-Lintfort. Sie nahm die Fortschritte beim Bau der künftigen Hochschulgebäude in Augenschein. Begleitet wurde sie von SPD-Bundestagskandidat Hans-Ulrich Krüger.

Die Arbeiter im Rohbau wurden gebeten, für eine Weile etwas leiser zu werkeln. Auf der Baustelle der Hochschule Rhein-Waal gab es gestern Besuch aus der Landeshauptstadt. Svenja Schulze, NRW-Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung, besichtigte die Baustelle des neuen Campus, der mitten in Kamp-Lintfort entsteht.

Nachdem die SPD-Politikerin die staubige Baustelle durchmessen hatte, war sie überrascht, im künftigen Hörsaal-Trakt ein Podium mit Sitzreihen, Kaffee und Gebäck vorzufinden. "Es ist unüblich, auf Baustellen mit so einem netten Ambiente empfangen zu werden", machte die Ministerin den Gastgebern ein Kompliment.

Begleitet wurde Schulze unter anderem von Staatssekretär Hans-Ulrich Krüger — zugleich SPD-Bundestagskandidat für die Region — und René Schneider, dem Landtagsabgeordneten der Sozialdemokraten. Krüger habe immer wieder gefragt, ob sie nicht die Baustelle besichtigen wolle, erzählte Svenja Schulze amüsiert. Da habe sie irgendwann keine Wahl mehr gehabt.

Zwei Vizepräsidenten der Hochschule, Anja Freifrau von Richthofen und Martin Goch, machten die Ministerin in einer kurzen Präsentation mit den wichtigsten Fakten und Zahlen zur Hochschule vertraut. Svenja Schulze zeigte sich zufrieden, dass der Zeitplan der Bauarbeiten trotz des harten Winters eingehalten werden konnte.

"Dieses Projekt ist enorm wichtig für das Land", erklärte die Ministerin. "Wir brauchen diese Studienplätze, um Fachkräfte wie Ingenieure ausbilden zu können." Die Zukunft gehöre Hochschulen, die sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisierten und Nischen bedienten. Diese Einrichtungen seien "in der Region sehr verankert" und böten gute Chancen auf einen Job. Hans-Ulrich Krüger ergänzte, an den Beispielen Kleve und Kamp-Lintfort könne man erleben, wie aus dem "Nukleus" der Hochschule neuer Schwung für die ganze Region entstehe und in den Betrieben für Aufbruchstimmung sorge. "Ich bin überzeugt, dass wir bald von viel mehr als 2000 Studierenden sprechen werden."

Allgemeines Lob gab es für die günstige Lage des Campus mitten der Stadt. Durch die Nähe des ehemaligen Bergwerkes West gebe es außerdem die Möglichkeit, langfristig das Hochschulgelände zu erweitern. "Bei Fachhochschulen erleben wir oft, dass Absolventen Platz für ihre eigene Ausgründung suchen", meinte Svenja Schulze. Kamp-Lintfort sei glücklich, über dieses Reservoir an Flächen in der Nachbarschaft des Campus zu verfügen. Christoph Müllmann, Beigeordneter der Stadt, verwies in diesem Zusammenhang auf die Chance, dass Kamp-Lintfort wieder einen Bahnanschluss bekommt.

Die Bauarbeiten am Campus sollen bis Anfang 2014 dauern. Die Eröffnung soll am 4. April gefeiert werden. Svenja Schulze versprach gestern: "Ich werde da sein."

(RP)