Moers: Mindestlohn bereitet Tierheimen Probleme

Moers : Mindestlohn bereitet Tierheimen Probleme

Tierschutzverbände in Moers und Kamp-Lintfort beklagen gestiegene Kosten trotz fehlender Mittel.

Seit dem 1. Januar gilt in der Bundesrepublik der Mindestlohn - so auch im Bereich des Tierschutzes. Sämtliche Mitarbeiter von Tierheimen, die bislang im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung angestellt waren, müssen nun mit mindestens 8,50 Euro in der Stunde entlohnt werden.

Da viele Kommunen ihre eigentliche Pflichtaufgabe der Fundtierbetreuung allerdings auf ansässige Tierschutzvereine übertragen haben, kommen laut Deutschem Tierschutzbund nun rund 20 Prozent an Mehrkosten auf diese Vereine zu. So auch in Moers und Kamp-Lintfort. "Wir haben die Anpassung der Löhne zum 1. Januar vollzogen, den Mindestlohn teilweise auch schon in Verträgen berücksichtigt, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden", berichtet die stellvertretende Vorsitzende des Moerser Tierschutzvereins, Birgit Mühlberger. "Insgesamt fünf Mitarbeiter, die vorher als geringfügig Beschäftigte angestellt waren, erhalten nun seit dem Jahreswechsel den Mindestlohn." Allerdings musste man in Moers ein wenig improvisieren, um eine Kostensteigerung zu vermeiden. "Diese Mitarbeiter leisten nun weniger Stunden als noch zuvor, nur so können wir die Kosten konstant halten", erklärt Mühlberger.

In der Kamp-Lintforter Tierherberge sieht es ähnlich aus. Dort nahm man bereits vor einigen Monaten die entsprechenden Anpassungen der Löhne vor: "Wir haben uns darum bereits letztes Jahr gekümmert. Allerdings haben wir momentan noch keine Idee, wie wir die gestiegenen Kosten abfedern können", sagt Martina Klein vom Bund Deutscher Tierfreunde. "Im Grunde sind wir sowieso schon unterbesetzt, könnten gut und gerne noch zwei weitere Mitarbeiter gebrauchen. Das wird nun natürlich noch schwieriger."

Beide betonen, dass die Bezahlung für die Mitarbeiter aber sowieso nicht im Vordergrund stehe. "Verdient hätten alle eigentlich 20 Euro in der Stunde. Aber die Arbeit kommt von Herzen, hier guckt keiner auf die Uhr und aufs Konto", sagt Klein. Auch Mühlberger hofft, in Zukunft noch mehr Ehrenamtliche für die zu leistende Arbeit finden zu können.

Der Deutsche Tierschutzbund nimmt daher die Kommunen in die Pflicht. Die Städte und Gemeinden müssten dringend im Bereich der Fundtierverträge nachbessern, um die Mehrkosten zumindest kostendeckend auffangen zu können. "Alles andere ist nicht mehr hinnehmbar und gefährdet die Existenz des Tierschutzes in der Fläche", erklärt Präsident Thomas Schröder.

(p-m)