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Moers: Mietern droht erneut Heizungssperre

Moers : Mietern droht erneut Heizungssperre

Weil der Hauseigentümer Schulden bei der Fernwärme Niederrhein haben soll, hat das Unternehmen Mietern das Abstellen der Heizung angekündigt. Schon im Herbst 2016 standen die Leute unverschuldet ohne Heizung da.

Dass die Temperaturen milder werden - für Christiane Hadem, ihren Mann und ihren erwachsenen Sohn Jens-Markus Biermann ist es ein Glücksfall. Denn vor ein paar Tagen hat die Moerserin ein Schreiben der Fernwärme Niederrhein (FN) bekommen: Es gebe Zahlungsrückstände des Hauseigentümers, heißt es darin. Sollten diese nicht beglichen werden, stelle die FN die Heizung am 23. März ab. Familie Hadem wohnt in Meerbeck. Sie und andere Mieter haben leidvolle Erfahrungen mit dem Abstellen der Heizung. Schon im vergangenen Jahr hatte die Fernwärme Niederrhein die Wärmelieferung an einige Häuser wegen fehlender Zahlungen gestoppt. Im November hatten wir darüber berichtet. Damals hatte auch die Enni wegen Zahlungsrückständen des Eigentümers mit dem Abstellen des Wassers gedroht. Dies wurde zum Glück abgewendet - das Geld ging bei der Enni ein.

Bis die Heizung wieder lief, dauerte es länger. Anfang Januar sei sie wieder angesprungen, berichtete Sonja Reitinger. Die junge Frau, Mutter einer Tochter im Grundschulalter, ist inzwischen nach Utfort gezogen. "Zum Glück", sagte sie gestern. So bleiben ihr die neuen Probleme erspart.

Die Hadems sind, wie andere Mieter der betroffenen Häuser, Hartz-IV-Empfänger. Ihre Miete überweisen sie nach eigener Aussage ans Finanzamt, wo der Eigentümer offenbar ebenfalls Schulden hat. Christiane Hadem liegt die Pfändungs- und Einziehungsverfügung des Finanzamts vor. "Der Eigentümer kriegt von uns nur noch die Nebenkosten und die Heizkosten." Er scheint das Geld aber nicht an die Fernwärme Niederrhein weitergeleitet zu haben.

Auf eine Anfrage unserer Zeitung hin versicherte der Eigentümer gestern, dass das Thema Heizungssperre auf Dauer erledigt sei. Die Sperre sei abgewendet, er habe die Rechnung beglichen. Für die Mieter sei die Situation "natürlich nicht schön", sagte er. Näher wollte er sich nicht äußern. Wolfgang Kammann, Pressesprecher der Fernwärme Niederrhein in Dinslaken, sagte gestern, dass noch keine Zahlung des Hauseigentümers eingegangen sei. Es könne aber ein paar Tage dauern, bis das Geld auf dem Konto des Unternehmens lande.

Den Mietern stellt sich nun die Frage, ob die Probleme tatsächlich für immer aus der Welt sind. Sie befürchten, dass der Hauseigentümer sich übernommen hat. Noch vor drei Jahren habe er sich bemüht gezeigt, habe renoviert und, so Biermann, "selbst die Wiese hinterm Haus gemäht".

Trotz allem: Ausziehen ist für Christiane Hadem und ihre Familie keine Option. "Mit Hartz IV kriegen wir keine andere Wohnung", sagte sie. Derzeit zittert sie vor der Stromabrechnung, die im Mai kommen soll. In der Zeit, als die Zentralheizung gesperrt war, hat die Familie sich mit elektrischen Heizkörpern beholfen. Die Rechnung werde sicher sehr hoch sein. "Wenn wir die nicht zahlen können, kriegen wir noch den Strom abgestellt."

(RP)