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Moers: Mercator Ensemble streicht durch Farbpalette

Moers : Mercator Ensemble streicht durch Farbpalette

Synästhetiker sind Menschen, die über einen zusätzlichen Kanal der Wahrnehmung verfügen, auf dem die Welt bunt und voller Geschmack ist. So haben für sie zum Beispiel die Töne der Musik unterschiedliche Farben. Eine anschauliche Vorstellung dieser farbenreichen Klangwelt erhielten die Besucher des Konzerts in der Dorfkirche Repelen, in dem das Mercator Ensemble zu einem "Nachmittag mit Mozart" eingeladen hatte.

Für das heitere Mozart-Programm änderte das beliebte Duisburger Quartett seine Stammbesetzung und tauschte zweite Violine und Kontrabass gegen Flöte und Violoncello. Als Gäste hatte das Mercator Ensemble sich die Soloflötistin der Duisburger Philharmoniker, Alba Luna Sanz Juanes, und den Cellisten Florian Sebald, Mitglied der Dortmunder Philharmoniker, eingeladen.

In dieser Besetzung führten die vier Musiker das Publikum in der vollbesetzten Kirche gut gelaunt in Mozarts 18. Jahrhundert, wobei die Tonarten der einzelnen Stücke mit Farben angegeben wurden.

Zum Auftakt erklang das Flötenquartett C-Dur KV 285b. "Das Stück hat eine rote Farbe", versicherte Flötistin Alba Luna Sanz Juanes in ihrer charmanten Moderation den Zuhörern, die sichtlich gewillt waren, in der eleganten und spritzigen Interpretation den kräftigen Farbton "herauszuhören".

Nicht minder farbenfroh ging es weiter mit dem Duo für Violine und Viola KV 423, dessen leuchtenden Orangeton Matthias Bruns und Eva Maria Klose im wunderbar ausgewogenen Instrumentendialog präsentierten.

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Nach über 30 gemeinsamen Bühnenjahren meisterten die beiden selbst heikelste Schwierigkeiten mit einer Souveränität, von der Auftraggeber Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo wohl nur träumen durfte. Nicht blau, wie die vielen Besucher mutmaßten, sondern grün ging es in der Klangfarbenpalette weiter mit dem herrlich unbeschwert wirkenden Flötenquartett A-Dur KV 298, dem als krönender Abschluss in Gelb das Flötenquartett D-Dur KV 285 mit dem, wie die Flötistin versprach, "vielleicht schönsten Adagio, das Mozart je geschrieben hat".

Als Dank für den begeisterten Applaus gewährte das Ensemble einen ganz kurzen Abstecher in die "Zauberflöte" mit der Melodie des Pagageno "Ein Mädchen oder Weibchen...", die viele Besucher, vermutlich in eine rosarote Klangwolke gehüllt, noch beim Verlassen der Kirche leise vor sich hinsummten.

(prs)