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Mercator-Berufskolleg erkundet die virtuelle Realität

Mercator-Berufskolleg : Eintauchen in die virtuelle Realität

Der Leistungskurs Mathematik-Informatik am Mercator-Berufskolleg lud zum Virtual-Reality-Day ein. Der Projekttag soll ein festes Format an der Schule werden, weil sich die 3D-Technologie rasant entwickelt.

„Avatar“ spielte 2,8 Millionen Dollar ein, so viel wie kein anderer Film. War dieser Film von Regisseur und Produzent John Cameron, der Ende 2009 in die Kinos kam, doch der erste eines neuen Formates, das auf einer modernen 3D-Technologie basierte. „Bei Avatar laufen die Zuschauer zum Beispiel mit einer Person durch einen dreidimensionalen Urwald“, berichtet Torsten Jansen. „Plötzlich fliegen ihnen Vögel entgegen. Die Richtung ist bei Avatar vorgegeben. Das ist in der virtuellen Realität anders. Da können die Zuschauer selber den Weg bestimmen. Sie können sich 360 Grad drehen, schauen was über ihnen ist oder hinter ihnen. Dorthin können sie sich virtuell bewegen.“

Um Zehntklässler in die neue Technologie eintauchen zu lassen, lud der Lehrer am Mercator-Berufskolleg zusammen mit den Schülern des Leistungskurses Informatik-Mathematik zu einem Virtual-Reality-Day ein.

„Ich merke, wie groß das Interesse an virtueller Realität ist“, sagte der 45-jährige Wirtschaftsinformatiker bei diesem Projekttag. „Es ist eine neue Technologie, die vor kurzem noch in ihren Kinderschuhen steckte. Sie entwickelt sich unglaublich rasant.“ Elf Schüler des Leistungskurses, der in einem Jahr am Wirtschaftsgymnasium des Mercator-Berufskollegs ihr Abitur ablegen wollen, hatten drei Wochen lang in einem Projekt fünf Stationen aufgebaut. Diese wurden von 20 Zehntklässlern besucht, die gerade ihren Mittleren Abschluss mit Qualifikation abgelegt haben und Interesse zeigen, das Wirtschaftsgymnasium zu besuchen, das nahe der Einmündung der Xantener Straße in die Uerdinger Straße liegt.

Die Zehntklässler konnten zum Beispiel an einer Station den Eiffelturm anschauen, um dann auf der ersten Plattform dieses Stahlgerüstes herumzulaufen. „Von dort haben sie einen Blick über Paris“, berichteten Aaron Havertz (21) und Leoni Ketels, die diese Station betreuten. „Gleichzeitig können sie Informationen über bestimmte Gebäude abrufen.“ Dabei liefert eine Applikation Bilder und Informationen auf ein Smartphone, das in einen Kasten mit 3D-Brille gesetzt ist. Dieser Kasten aus Pappe heißt Cardboard und kostet nur zwei oder drei Euro, in größeren Mengen weniger, zu denen 100 Euro für ein einfaches Smartphone kommen.

Aufwändiger ist die Technologie, die hinter einer Anwendung steckt, bei der die „Virtuellen“ zum Beispiel als Paragleitern von einem Berg herunter in ein Tal segeln, was die Zehntklässler an einer Station ausprobieren konnten. Dazu griffen die Schüler des Informatik-Leistungskurses auf das System „Gear Virtual Reality“ von Samsung zurück, das mit einer Cardboard verwandt ist, aber aus Kunststoff und mit höherwertigen Linsen hergestellt ist. „Das Gear VR kostet rund 100 Euro“, erläuterte Torsten Jansen. „Es ist nur mit einem guten Smartphone einsetzbar, das noch einmal 350 Euro kostet.“

Das HTC-System, das etwa von Enrico oder Nico hergestellt wird, zeigten die Schüler nicht. „Es ist zurzeit das Non-Plus-Ultra“, berichtete der Lehrer. „Auch Füße und Arme sind angeschlossen. Einsetzbar ist es etwa als Flugsimulator. Es kostet rund 2500 Euro.“ Im nächsten Jahr will er kurz vor den Sommerferien wieder zu eine VR-Tag einladen, wie im übernächsten und im überübernächsten. „Dann lässt sich die Entwicklung nachzeichnen, die die virtuelle Realität nimmt“, blickte er am Mittwoch auf das neue Format, das sich am Mercator Berufskolleg etablieren soll.