Meinung zu Bodenschwellen in der Jockenstraße

Kommentar : Immer sind es die anderen

Der Beschluss, Fahrbahnschwellen in Moers zuzulassen, war lange hinausgezögert worden. Kein Wunder: Immer häufiger beschweren sich Moerser über zu schnelle Autofahrer. Kommt die Stadt aber dem Wunsch nach den Schwellen an einer Stelle nach, könnte dies eine Lawine ähnlicher Forderungen aus der Bürgerschaft nach sich ziehen.

Eine „Verdrempelung“ der Stadt kann jedoch niemand wollen. Spätestens wenn ein Feuerwehrwagen wegen der Hindernisse zu spät an einem Einsatzort einträfe, wäre der Aufschrei groß. Deshalb ist es gut, wenn die Stadt die Schwellen jetzt nicht „mit der Gießkanne“ verteilt, sondern nach genauer Prüfung der Verkehrsverhältnisse entscheidet, wo sie Sinn machen.

Dass viele Anwohner den Verkehr in ihrer Straße aus ihrer subjektiven Sicht anders – nämlich schwerwiegender – als die Fachleute beurteilen, ist verständlich. Schade ist nur, dass das Problem angeblich immer „die anderen“ sind. Bestimmt gibt es auch unter den Autofahrern, die auf der Jockenstraße zu schnell unterwegs sind, etliche, die klagen, weil in ihrer Wohnstraße gerast werde. So sind wir Autofahrer: Überall soll es flott gehen, nur vor der eigenen Haustür ist Schneckentempo von höchster Wichtigkeit.

Josef

Pogorzalek

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