Nach schwerem Unfall in Moers: Mehr Sicherheit durch längere Grünphase

Nach schwerem Unfall in Moers : Mehr Sicherheit durch längere Grünphase

Straßen NRW will die Ampelanlage an der Kreuzung Ruhrorter Straße/Römerstraße in den Sommerferien umrüsten. Fußgänger bekommen mehr Zeit zum Überqueren der Straße, für Autofahrer wird Tempo 50 vorgeschrieben.

Darauf warten viele Moerser: Voraussichtlich in den Sommerferien (16. Juli bis 28. August) wird Straßen NRW die Ampelanlage an der Kreuzung Ruhrorter Straße /Römerstraße erneuern und an der Ruhrorter Straße Tempo-50-Schilder aufstellen. Das hat der Landesbetrieb auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt.

Die Schritte sollen dazu beitragen, die Kreuzung sicherer zu machen. Sie resultieren indirekt aus einem schweren Unfall, der sich im November 2016 ereignet hatte. Ein Kleinbus erfasste damals zwei Jugendliche beim überqueren der Kreuzung. Ein 16-jähriger Junge starb noch an der Unfallstelle, ein 13 Jahre altes Mädchen erlitt schwere Verletzungen.

Nach dem Unfall wurden Forderungen laut, die als gefährlich geltende Kreuzung zu "entschärfen". Tatsächlich sagten Stadt und der Landesbetrieb Straßen NRW wenig später zu, tätig zu werden. Damals kündigte Straßen NRW an, die Ampelanlage Anfang bis Mitte 2018 zu erneuern.

Als Begründung nannten Stadt und Straßen NRW jedoch nicht den Unfall, denn die Kreuzung gilt - trotz gegenteiliger Wahrnehmung vieler - offiziell nicht als Unfallschwerpunkt. Aktiv wurden sie vielmehr wegen der Nähe der Asberger Eschenburg-Grundschule. Der Schulweg vieler Kinder führt über die Kreuzung, Eltern hatten sie schon lange als gefährlich kritisiert. Die Stadt teilte diese Einschätzung, konnte aber wenig ausrichten, weil für die Ruhrorter Straße als Landesstraße der Landesbetrieb zuständig ist.

Bei der Erneuerung der Ampelanlage arbeiten Stadt und Straßen NRW Hand in Hand. Der Landesbetrieb hat untersuchen lassen, wie viele Fahrzeuge die Kreuzung passieren und wie sich die Fahrzeugströme verteilen. Die Daten sind an die Stadt gegangen, die ihrerseits ein Ingenieurbüro beauftragte, auf dieser Grundlage ein Ampel-Konzept zu erstellen. "Straßen NRW hat es im März zur Umsetzung bekommen", sagt Stadtsprecher Thorsten Schröder. Der Umbau der Ampelanlage ist nämlich wiederum Sache des Landesbetriebs.

Was künftig anders wird? Laut Schröder sind zum Beispiel "Linksabbieger-Pfeile" für Autofahrer vorgesehen, die dann bei "Grün" nicht mit querenden Fußgängern rechnen müssen. Vor allem aber werde auf der gesamten Kreuzung die Grünphase für Fußgänger länger. Sie ist grundsätzlich variabel und abhängig vom Verkehrsaufkommen. Es gibt aber eine "Mindest-Grünphase" für Fußgänger. Sie liege derzeit bei zehn Sekunden und soll künftig 15 Sekunden betragen.

Die Fußgänger-Querung der Ruhrorter Straße westlich der Kreuzung, wo Eschenburg-Schüler besonders häufig passieren, erhalte eine zusätzliche Sicherung: "Dort wird es während der Grünphase für Fußgänger keinen Auto-Abbiegeverkehr geben", sagte Schröder. Er sieht insgesamt "deutliche Verbesserungen für Fußgänger". Ist die Ampel umgerüstet, werden an der Ruhrorter Straße im Bereich der Kreuzung Tempo-50-Schilder aufgestellt, dort ist bislang Tempo 70 zulässig.

Schröder geht davon aus, dass Straßen NRW die Situation nach der Ampel-Umrüstung prüft und gegebenenfalls die Grünphase für Fußgänger weiter verlängert. Das könnte allerdings den Fluss des motorisierten Verkehrs hemmen. Die Kreuzung ist eine der am meisten befahrenen in der Stadt. Bei der Verkehrsuntersuchung wurden zum Beispiel am 7. März 2017 in der Stoßzeit zwischen sieben und neuen Uhr morgens 4194 Fahrzeuge (davon 195 Schwerlastverkehr), zwischen 15 und 19 Uhr sogar 8881 Fahrzeuge (davon 126 Schwerlastverkehr) gezählt.

(RP)