Mehr Rettungswagen für Moers

Verbesserungen für Bürger und Mitarbeiter : Mehr Rettungswagen für Moers

Der neue Rettungsdienstbedarfsplan steht kurz vor der Verabschiedung. Für Rheurdt, Neukirchen-Vluyn und die Grafenstadt bringt er Verbesserungen.

2017 hat der Kreistag den aktuellen Rettungsdienstbedarfsplan als „Interims-Rettungsdienstbedarfsplan“ beschlossen und zeitgleich angekündigt, die Planung gemeinsam mit einem externen Gutachter grundsätzlich zu überarbeiten. Das Ziel: deutliche Verbesserungen – für die Bürger, aber auch für die Mitarbeiter. Die Ergebnisse wurden mehrfach überarbeitet und liegen jetzt vor. Ende November soll der Moerser Stadtrat grünes Licht für die Verabschiedung geben. Die Frage ist: Was genau bedeutet die neue Planung für die Bürger der Grafenstadt?

Rettungswache und Ausstattung – Status quo Stand heute umfasst der Rettungswachenbereich Moers die Stadtgebiete Moers und Neukirchen-Vluyn sowie Teile der Gemeinde Rheurdt mit insgesamt rund 134.000 Einwohnern. Für diese Zahl an Menschen hält die Stadt Moers nach dem geltenden Rettungsdienstbedarfsplan für den Notfall Folgendes vor: drei Rettungswagen (RTW) für 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr; einen Rettungswagen für zwölf Stunden an 250 Tagen, konkret: von Montag bis Freitag, 8 bis 19.30 Uhr; ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) für 24 Stunden an 365 Tagen sowie ein zweites NEF unter Mitwirkung der beiden Moerser Krankenhäuser für 8,5 beziehungsweise acht Stunden an 250 Tagen – von Montag bis Donnerstag, 7.30 bis 16 Uhr, und Freitag von 7.30 bis 15 Uhr. Weil die personelle Ausstattung der Rettungswache mittlerweile hinten und vorne nicht mehr ausreicht, sei es in der Vergangenheit immer wieder nötig gewesen, dass der Brandschutz als Vertretung einspringen musste, sagt die Stadt Moers.

Das soll sich für Moers ändern Der „Zwölf-Stunden-RTW“ soll künftig ebenfalls an 365 Tagen im Jahr besetzt sein. Außerdem wird in Moers das zweite NEF im Rettungsdienstbedarfsplan dauerhaft eingeführt. Dadurch steht dann ein weiterer Notarzt von Montag bis Sonntag von 7.30 bis 19.30 Uhr zur Verfügung. Darüber hinaus muss es laut Gutachten im Moerser Osten einen weiteren Rettungswachenstandort geben, damit die sogenannte Hilfsfrist von acht Minuten, also die Zeit, innerhalb derer die Einsatzkräfte nach der Alarmierung vor Ort sein müssen, eingehalten werden kann. Angedacht ist, einen Vollzeit-RTW (24 Stunden an 365 Tagen) zunächst provisorisch und zeitlich befristet am Standort der Freiwilligen Feuerwehr an der Essenberger Straße zu stationieren.

Das soll sich für Neukirchen-Vluyn und Rheurdt ändern Auch in Neukirchen-Vluyn wird eine neue Rettungswache in Betrieb genommen. Die Datenauswertung durch den Gutachter hat ergeben, dass durch die Rettungswache der Stadt Moers Teilbereiche der Stadt Neukirchen-Vluyn nicht optimal abgedeckt werden. Einzugsgebiet der Rettungswache wird das Stadtgebiet Neukirchen-Vluyn sowie die Gemeinde Rheurdt sein. Der Betrieb der Rettungswache soll der Stadt Moers übertragen werden. Insgesamt ist für den Kreis vorgesehen, dass alle drei großen kreisangehörigen Städte eine weitere Rettungswache betreiben: Wesel mit der Rettungswache in Hamminkeln, Dinslaken mit der Rettungswache in Voerde und Moers mit der Rettungswache in Neukirchen-Vluyn.

Standortfrage Die CDU will keinen Rettungswagen bei bei den Löschzügen der Freiwilligem Feuerwehr stationieren. Der Entwurf des Rettungsdienstbedarfsplans sehe einige Verbesserungen vor, sagt Fraktionschef Ingo Brohl. Auch die Verlagerung eines Rettungswagens (RTW) ins östliche Stadtgebiet sei inhaltlich zu begrüßen. „Einen möglichen angedachten Standort an der Wache der Löschzüge Mitte und Asberg der Freiwilligen Feuerwehr an der Essenberger Straße lehnen wir aber ab.“

Der CDU-Ortsverbandsvorstand habe sich die Wache an der Essenberger Straße auch unter diesem Gesichtspunkt noch einmal genauer angesehen und Gespräche geführt. Es gebe gute Gründe, dort keinen RTW anzusiedeln, sagt auch Ortsverbandsvorsitzender Jan Fallack. „Die Wache ist Heimat von vielen Ehrenamtlichen und darauf ausgerichtet. Isoliert dort zwei hauptamtliche Kräfte anzusiedeln, wird weder den Hauptamtlichen noch Ehrenamtlichen gerecht. Zudem müsste in ergänzende Infrastrukturen investiert werden, was unter Umständen den Charakter für die Ehrenamtlichkeit verschlechtert.“ Die CDU, heißt es, halte das St.-Josef-Krankenhaus für einen besseren Standort. „Dort wären die Hauptamtlichen nicht alleine, das Krankenhaus ist zudem Zielpunkt von vielen Einsatzfahrten und bestimmte Infrastrukturen sind schon vorgehalten“, so Fallack. „In diese Richtung sollten Gespräche und Überlegungen gehen.“

Rettungswache und Ausstattung – in Zukunft
Nach dem neuen Rettungsdienstbedarfsplan stellt sich die Situation also wie folgt dar. Feuer- und Rettungswache Moers: ein RTW für 24 Stunden an 365 Tagen, ein RTW für zwölf Stunden an 365 Tagen (Montag bis Sonntag, 7.30 bis 19.30 Uhr), ein NEF für 24 Stunden an 365 Tagen, ein NEF für 12 Stunden an 365 Tagen (Montag bis Sonntag, 7.30 bis 19.30). Rettungswache Moers (Ost): ein RTW für 24 Stunden an 365 Tagen. Rettungswache Neukirchen- Vluyn: ein RTW für 24 Stunden an 365 Tagen. Um künftig den Krankentransport im Rettungswachenbereich Moers zu verbessern, sollen außerdem drei Krankentransportwagen (KTW) des DRK Kreisverband Niederrhein – ein KTW für 24 Stunden an 365 Tagen, zwei KTW für acht Stunden an 250 Tagen – an der Feuer- und Rettungswache Am Jostenhof stationiert werden.

Ausblick Die Stadt Moers empfiehlt dem Stadtrat, dem Rettungsdienstbedarfsplan zuzustimmen – unter der Voraussetzung eines mindestens quartalsweisen Checks der Einsatzzahlen.

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