Meerbecker planen Workshop zum Thema Sicherheit

Moers : Schönes neues Meerbeck: Bürger planen Workshop zum Thema Sicherheit

Nach Bürgerbeschwerden nimmt sich das „Forum Neu:Meerbeck“ in Kooperation mit dem SCI des Themas „Ordnung und Stadtbildpflege“ an.

Meerbeck ist ein Stadtteil im Wandel, weil er – so hart das klingt – ein Stadtteil ist, der sich wandeln muss. 2015 wurde das „Integrierte Handlungskonzept (IHK) Neu:Meerbeck“ beschlossen. Untertitel: „Stadtteil der Vielfalt“. Schöner, grüner und sozialer soll Meerbeck in Zukunft werden. Aber auch gefühlt und tatsächlich sicherer. Das „Forum Neu:Meerbeck“ – ein fester Kreis aktiver Bürger, die sich für eine kontinuierliche Begleitung und Unterstützung der Umsetzung des IHK zusammengeschlossen haben – will sich Letzterem (mit) annehmen und startet am 13. August in Kooperation mit dem SCI:Moers einen Workshop „Ordnung und Stadtbildpflege in Moers-Meerbeck“.

„Hintergrund sind die immer wieder an uns herangetragenen Hinweise auf wilde Müllablagerungen, fehlende Sauberkeit auf öffentlichen Grünflächen und unsichere Orte, die vor allem von älteren Bürgern gemieden werden“, sagt Dieter Zisenis vom Forum. Das Invalidenwäldchen sei zum Beispiel so ein Platz, an dem bei vielen älteren Menschen ein ungutes Gefühl aufkommt. „Es geht aber auch um Lärmbelästigungen, fehlende Präsenz von Polizei und Ordnungsamt und eine Reihe weiterer Alltagserfahrungen“, erklärt der Meerbecker. „Nach unserer Einschätzung ist es dringend nötig, etwas für die Erhöhung von Ordnung und Sicherheit im Stadtteil und zur Verbesserung des Wohnumfeldes und des Stadtbildes zu tun.“

Was nach Kritik an offenkundiger Untätigkeit klingt, soll offiziell nicht mehr als ein Fingerzeig sein. Das Forum, betont Zisenis, sehe sich diesbezüglich auf Augenhöhe mit Verwaltung und Politik. „Wir stehen in engem und gutem Austausch mit dem Stadteilmanager. Wir organisieren Bürgerbeteiligung, begleiten den IHK-Umsetzungsprozess kritisch, weisen auf vorhandene Ressourcen hin und mahnen Umsetzungsschritte an.“

Dass es Handlungsbedarf gibt, steht außer Frage. Seit Jahren klagen Anwohner über nächtliche Autorennen auf dem Meerbecker Markt. 58 Unterschriften von Anwohnern waren im Februar einem Bürgerantrag an die Stadt angefügt. Vor allem in den Nächten auf Mittwoch und Samstag, wenn der Marktplatz wegen des Wochenmarkts am folgenden Tag frei ist, gehe es dort rund, heißt es darin. Die Rede ist von vor allem nächtlichen Autorennen mit aufbrausenden Motoren, von „Motorradrallyes mit offensichtlich getunten Fahrzeugen in den Nächten und am Wochenende, auch zwischen zwei und vier Uhr nachts.“ Polizei und Ordnungsamt haben Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen der Politik nach der Sommerpause vorgelegt werden. Die Bürger bitten unter anderem aber auch darum, das einseitige Parkverbot an der Lindenstraße aufzuheben. Bislang dürfen Autos dort auf einer Seite abgestellt werden, so dass eine gerade Fahrbahn entsteht, die zum Gasgeben einlädt. Auch um solche Themen soll es beim Workshop Mitte August gehen.

Genauso wie um die künftige Entwicklung des Areals „ehemalige Justus-von-Liebig-Schule“, die Entwurfsplanungen für das Vorhaben „Grünanlage/Spielplatz Römerstraße – Kirschenallee“ und den aktuellen Planungsstand zum Projekt „Grüner Kern – soziale Mitte“ (jetzt: Volkspark Neu:Meerbeck). „Daneben haben wir einige konkrete Projektideen entwickelt, zum Beispiel die Schaffung eines weiteren Zugangs zum Friedhof vom Parkplatz Blücherstraße/Ecke Lindenstraße aus, oder die Errichtung eines öffentlichen Urinals im Bereich Saarplatz“, sagt Zisenis. „Wir werden immer wieder angesprochen, weil es in der Nähe des katholischen Kindergartens häufig zu Ärger wegen im Freien urinierender Menschen kommt.“ Zur Bestandsaufnahme und Vorbereitung des Workshops, heißt es, habe das Forum mit allen wichtigen Ansprechpartnern bei der Stadt, der Enni, den Wohnungsbaugesellschaften und der Polizei sowie mit einem Bartungs- und Planungsbüro aus Gelsenkirchen gesprochen.

Verabredet wurden dabei folgende Arbeitsschritte: ein erster Ortstermin des beauftragten Beratungsunternehmens inklusive Bürgergesprächen am 13. August; Interviews mit relevanten Akteuren wie Enni, Ordnungsamt, Polizeidirektion Moers, Wohnungsbaugesellschaften, Sozialraumteam Ost im September; Rückmeldung und Zwischenbericht im Oktober; Workshop im November.

„Wir wollen auf diese Weise mithelfen, für konkrete Problemstellungen möglichst pragmatische und realistische Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln“, sagt Zisenis. „Und gleichzeitig die mit dem IHK beschriebene Zukunft des Stadtteils Meerbeck als ,Stadtteil der Vielfalt’ zu gestalten.“

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