Moers: Meerbecker Mieter wieder ohne Heizung

Moers : Meerbecker Mieter wieder ohne Heizung

Die Fernwärme Niederrhein hat die Lieferung für drei Häuser an der Kirschenallee erneut wegen Zahlungsrücksänden des Vermieters gestoppt. Es gibt Hoffnung auf Zwangsversteigerung der Häuser.

Der Elektroheizer bullert, der Stromzähler dreht seine fröhlich Runden. Für Christiane Hadem und ihren Mann wird es wieder ein teurer Winter. Im zweiten Jahr hintereinander haben sie und andere Mieter der Häuser Kirschenallee 137 bis 141 in Meerbeck keine richtige Heizung. Die Heizkörper bleiben kalt, weil die Fernwärme Niederrhein (FN) die Lieferung im Oktober die Lieferungen erneut eingestellt hat. Zum wiederholten Mal habe der Hauseigentümer die Rechnung nicht beglichen. "Die letzte Zahlung war im Mai 2017", berichtet FN-Sprecher Wolfgang Kammann. Die Mieter - darunter viele Hartz-IV-Empfänger - trifft keine Schuld. Sie entrichten nach eigenen Angaben Miete und Betriebskosten an den Vermieter. Aber dieser leite das Geld nicht weiter. "Wir bezahlen und es passiert nichts", ärgert sich die Meerbeckerin. Wie mehrfach berichtet, steckt der Hauseigentümer offenbar seit längerer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. Jetzt steht eine Zwangsversteigerung der Häuser im Raum. Im Gegensatz zu den Mietern beurteilt Daniel Hepp, der vom Amtsgericht als Sachverständiger eingesetzt wurde, den Zustand der Immobilien als gut. "Überall muss zwar etwas gemacht werden, aber die Bausubstanz ist solide", sagte Hepp im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Heizung sei grundsätzlich funktionstüchtig. Zwar gebe es Schimmel in einigen Wohnungen und Ratten im Keller. Aber das habe mit den dort gelagerten Dingen zu tun. Mit 40 Wohneinheiten seien die potenziellen Einnahmen für einen Vermieter hoch. Das Objekt könne für Geldanleger interessant sein, so Hepp. "Mit einer vernünftigen Vermarktung ist das eine gute Altersvorsorge."

Auch die Stadt hält die Wohnungen nach einer Prüfung für grundsätzlich bewohnbar. Das würde sich zum Beispiel dann ändern, wenn auch das Wasser abgesperrt würde. "Dann müssten wir die Mieter kurzfristig andernorts unterbringen", sagt Stadtsprecher Klaus Janczyk. Wasserlieferant Enni hatte in der Vergangenheit eine Wassersperrung wegen fehlender Zahlungen angedroht. Wahr gemacht hat die Enni die Drohung nicht. Auch derzeit stehe eine Sperrung nicht zur Debatte, sagt Enni-Sprecherin Katja Nießen. FN-Sprecher Wolfgang Kammann hat gegenüber unserer Zeitung zum wiederholten Mal darauf hingewiesen, dass es für die Mieter die Möglichkeit gibt, das Heizungsgeld unter Umgehung des Vermieters direkt an die FN zu überweisen. Dazu müssten sich die Mieter aber als Gemeinschaft zusammenschließen und eventuell einen Rechtsanwalt einschalten.

(pogo)