Moers: Mbigili-Hilfe: Eine Doku gegen Vorurteile

Moers: Mbigili-Hilfe: Eine Doku gegen Vorurteile

Manchmal ist Afrika nur eine Filmsequenz weit entfernt. Großartige Leinwandstücke gibt es über den Kontinent. Der 27-jährige Silvan Beer aus Moers hat ein sehr authentisches Stück Afrika in bewegten Bildern festgehalten.

Authentisch wird es vor allem dadurch, dass Sternsingerkinder aus Geldern Fragen über Land und Leute stellen durften und von Kindern in Tansania beantwortet bekamen. Die Antworten sind für manche überraschend. So erfahren deutsche Kinder zum Beispiel, dass rund um das Kinderdorf nicht Elefanten frei herumlaufen, die gibt es dort nur im Nationalpark. Dafür sind aber Kühe, Hühner und Enten für die Kinder in Mbigili alltäglich. Und nein, auf Kamelen reiten sie auch nicht. Bei der Frage nach einer Schultüte zum Beginn der Grundschule fragen die Kinder aus Tansania ihrerseits erstaunt: "Wenn du vom Kindergarten in die Schule kommst? Dafür gibt es keine Schultüte."

Jan Philipp Koch (links) und Silvan Beer in einer Drehpause. Foto: Silvan Beer

Es sind diese und viele andere Fragen, die Silvan Beer und Jan Philipp Koch gesammelt und dann ins Kinderdorf Mbigili getragen haben. Beide waren als Freiwillige mit der Organisation Weltwärts für 13 Monate im Kinderdorf. Die Wurzeln von Mbigili liegen in Schaephuysen. Dort hatten engagierte Bürger aus dem Missionskreis der Kirchengemeinde St. Hubertus die Idee entwickelt. Besonders die Wahl-Schaephuysenerin Ursula Lettgen setzte sich für das Projekt ein und verwirklichte es mit Hilfe der "Catholic Discese of Iringa". Getragen wird Mbigili vor allem durch private Förderer, verschiedenen Pfarrgemeinden, Gruppen, Vereinen, Einzelpersonen, Unternehmen und dem Kinder-Missionswerk Aachen (KMK).

Silvan Beer hatte auf seiner ersten Reise schon einige Videosequenzen aufgenommen. Die bewegten Bilder halfen, Verständnis zu schaffen. So wurde die Idee zu einem deutsch-afrikanischem Filmprojekt geboren. Im Film lassen Silvan Beer und Jan Philipp Koch nun diejenigen zu Wort kommen, die im Kinderdorf Mbigili arbeiten, die Leute, die sich um die Farm kümmern, und die Hausmütter. Aktuell leben 72 Kinder in Mbigili. Das jüngste ist ein paar Monate alt, das älteste ein 22 Jahre alter Student. Die Kinder werden begleitet, bis ihre Ausbildung oder ihr Studium beendet ist.

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Wenn es den Kindern gelingt, im Arbeitsleben Fuß zu fassen, dann hat ihre ganze Community etwas davon, die Herkunftsfamilie, aber auch die, die sie später einmal gründen wollen. Viele der Kinder im Kinderdorf sind Waisen. Aids ist ein großes Thema. Im Kinderdorf leben aber auch Kinder, deren Eltern wirtschaftlich nicht mehr in der Lage sind, für sie zu sorgen. Oft scheitere Bildung an dem fehlenden Geld für die Leihgebühr einer Schuluniform.

Silvan Beer ist selbst gerade dabei, Gymnasiallehrer zu werden. Trotzdem versucht er, alle halbe oder dreiviertel Jahre nach Tansania zu reisen. Das Projekt ist ihm zur Herzensangelegenheit geworden. "Die Kinder dürfen dort Kind sein", heißt es im Film.

(RP)