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Moers: Marko Kassl und Shuri Tomita spielen ein ungewöhnliches Duett

Moers : Marko Kassl und Shuri Tomita spielen ein ungewöhnliches Duett

Ein Konzert mit der Besetzung Akkordeon und Klavier können Musikfreunde nur selten erleben. Die ungewöhnliche Begegnung war jetzt in der Dorfkirche Repelen zu erleben, wo der Akkordeonist Marko Kassl und die Pianistin Shuri Tomita zu einer "Klangreise" mit Werken von Molique, Tschaikowsky, Manoury und Piazzolla eingeladen hatten.

Beide sind den Repelener Konzertbesuchern bekannt. Shuri Tomita gastierte im vergangenen Sommer im Moerser Norden und Marko Kassl war gerade erst im Repelener Neujahrskonzert vor Ort.

Die beiden Virtuosen starteten ihre Klangreise mit sechs Charakterstücken des Komponisten Bernhard Molique, in dessen Musik sich Einflüsse von Beethoven, Mozart, Mendelssohn und vor allem von Louis Spohr finden, der eine Zeitlang Moliques Geigenlehrer war. Die unterschiedlichsten Klangatmosphären, die das Duo sehr fein und sensibel darzustellen vermochte, stimmten die Zuhörer auf eine spannende und abwechslungsreiche Tour durch die Klangwelt ein. Nach dem spannungsvollen Auftakt blieb es romantisch mit vier Sätzen aus Tschaikowsky berühmter Nussknacker-Suite, gefolgt von der Uraufführung eines Werks des in Paderborn geborenen Komponisten Hans-Josef Winkler, das dem Konzert seinen Namen gegeben hatte: Eine Klangreise.

Trotz Winklers Empfehlung, am besten nichts zu der Komposition zu erklären, "weil die Leute sich das Stück einfach anhören und die Musik wirken lassen sollen", wies Marko Kassl auf die verschiedenen Einflüsse und Komponenten hin und lenkte so die Konzentration des Publikums auf ein ganz gezieltes Hinhören und Nachverfolgen der klanglichen Reiseroute. Olivier Manourys "Al Che" brachte, kurz und knackig, den Wechsel zum Bandoneon, zu dessen surreal anmutender Geschichte Marko Kassl Interessantes und Amüsantes zu erzählen wusste. In Piazzollas Musik fand die Begegnung von Bandoneon und Klavier in einem phantastischen Zusammenspiel der Instrumente, das die ganze Palette von melancholischer Sinnlichkeit bis zu rauschenden Leidenschaft in ihrer ganzen Farbenpracht strahlen ließ, ihren Höhepunkt.

Shunsuke Azumas "Nachtisch in C" servierte die zweite Uraufführung des Abends und zugleich den krönenden Abschluss eines "reichhaltigen Menüs", das mit stürmischem Beifall bedacht wurde.

(prs)