Moers: Marien-Schüler träumen von "Moersin"

Moers: Marien-Schüler träumen von "Moersin"

Die Klasse 4a der Moerser Marien-Schule war beim europäisch ausgerichteten Wettbewerb "Unsere gemeinsame Traumstadt" erfolgreich. Gebaut wurde sie mit der türkischen Partnerklasse in Mersin.

Die Grundschulkinder Raperin, Ebra, Alper und Daut sind aufgeregt. Morgen werden die Viertklässler nach Düsseldorf fahren, um an einer offiziellen Feierstunde teilzunehmen. Geehrt werden alle erfolgreichen Schulteams für ihre städtebaulichen Ideen, die sie im Rahmen ihres eTwinning Projektes beim 65. Europäischen Wettbewerbs in Modellen umsetzten.

Die jungen Moerser Städtebauer fanden ihre Partner in ihrer türkischen Partnerklasse an der Akdeniz Hürriyet ´Ylkokulu in Mersin. Die Stadt liegt an der Mittelmeerküste. Die Linie Moers-Mersin entwickelte sich ab September rasant und sorgte mit ihren Ergebnissen sowohl bei den Projektverantwortlichen Barbara Klaaßen und Daniela Gubbels für Erstaunen. Leistung, Engagement und Kontinuität blieben bis zum Projektende.

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Vor allem die verschiedenen Ideen für den Bau einer Traumstadt waren geprägt von professioneller Vorgehensweise. Kanäle, Straßen, Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser gehörten wie selbstverständlich zur Traumstadt. "Bei den Planungen kamen viele Ideen zusammen, wie ihre Stadt auszusehen hat. Dabei offenbarten sich zugleich auch die verschiedenen Lebenswelten und Lebenssituationen in beiden Länder", sagt Barbara Klaaßen. Schulkinder aus Mersin wollten ein Gefängnis bauen, da Familienmitglieder einsitzen. Sie wünschten sich einen schattenspendenden Park mit grünen Bäumen, die Moerser eine Bibliothek und eine Schule, wie auch einen Friedhof. Das Kennenlernen und der Austausch per Videokonferenz gehörte als Handwerkszeug dazu. In deutscher und türkischer Sprache inklusive Hilfestellung erfolgte die Verständigung. "Die Kinder entwickelten aus der Ferne eine persönliche Ebene zueinander und lernten dabei noch ein neues Land kennen", so Klaaßen. Gemeinsam wurden Skizzen angefertigt, die Lage der Gebäude erörtert und die verschiedenen Modellbauten angefertigt. "Das war wirklich cool und hat Spaß gemacht. Einiges mussten wir neu bauen, weil die Häuser nicht so stabil waren", erzählen die kleine Städtebauer. Fantasiereich gestalteten sie die Einzelteile, Bäume wurden aus Stoff gebastelt. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen. Online sind die verschiedenen Schritte nachzulesen, ebenso wie die Evaluation. Auch über den Namen wurden sich die Kinder schnell einig. Aus Moers und Mersin entstand der Stadtname Moersin. Schönes Nebenprodukt ist eine Art Puzzle. Alle Bauelemente wurden fotografiert und können als Puzzle-Bausteine neu gelegt werden. "Für mich war es spannend zu erleben, wie gefesselt die Klasse gearbeitet hat", so Klassenlehrerin Daniela Gubbels. Mit eTwinning Projekten hat die Klasse 4a Erfahrung, dennoch bleibt die Feierstunde in Düsseldorf etwas Besonderes. Für die Jury bot das Projekt eine "herausragende Idee: Die Produktion von Bauelementen einer Traumstadt, die sowohl den Wünschen der Schülerinnen und Schüler wie auch den objektiven Bedürfnissen einer Stadt Rechnung tragen. Die altersgerechten Elemente der Kooperation sind beeindruckend", heißt es in der Begründung. Nicht nur über die Auszeichnung freuten sich Projektverantwortlichen. Seit Kurzem ist die St. Marien-Schule eine von 16 zertifizierten eTwinning-Schulen. "Davon sind nur zwei Grundschulen ausgezeichnet. Wir sind die eine", freut sich Barbara Klaaßen.

Infos unter https://twinspace.etwinning.net/43884 undwww.europaeischer-wettbewerb.de/etwinning/etwinning-im-65-europaeischen-wettbewerb/

(sabi)
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