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Moers: Lotsen im Dschungel der Hilfeanbieter

Moers : Lotsen im Dschungel der Hilfeanbieter

Projekt "Einwanderung gestalten" soll Integration von Flüchtlingen erleichtern.

Wenn Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen künftig (noch) besser und schneller in die deutsche Gesellschaft integriert werden können, dann wird dies auch ein Verdienst der Stadt Moers sein. Sie nimmt mit elf weiteren Kommunen teil am Modellprojekt "Integration gestalten" des Landes teil. Gestern ist das Projekt mit einer Veranstaltung im Martinstift offiziell gestartet. Ziel ist eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Behörden und Verbänden, aber auch Ehrenamtlern, die im Bereich Flucht und Migration Hilfe anbieten. Die Stadt Moers möchte zudem ein "Fallmanagement" einrichten, bei dem Flüchtlinge durch den Dschungel der (dann aufeinander abgestimmten) Hilfeangebote "gelotst" werden. "Im Idealfall durch Personen, die den Flüchtling begleiten", sagte gestern Sozialdezernentin Kornelia zum Kolk vor der Presse. "Zielgruppe" sind dabei alleinstehende Flüchtlinge ab 18 Jahren, die sich entweder noch im Asylverfahren befinden oder denen vor kurzer Zeit ein Bleiberecht zugesprochen wurde - insgesamt sind dies in Moers derzeit 833 Personen. Projektleiterin im Rathaus ist Inge Schröder. Ihr zur Seite stehen zwei weitere Mitarbeiter, deren Stellen vom Land finanziert werden.

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An der gestrigen Auftaktveranstaltung nahmen unter anderem Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, Kirchengemeinden, Berufskollegs, Flüchtlingsrat und Jobcenter teil. "Wir alle ziehen schon an einem Strang", sagte Karl-Joseph Verbeet, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Wesel. "Aber wir können die Zugkraft noch erhöhen." Aus seiner Sicht geht es darum, Flüchtlinge möglichst zügig in Lohn und Arbeit zu bringen. Letztendlich sollen aber nicht nur Flüchtlinge von den Erkenntnissen des Modellprojekts profitieren, sondern auch Hartz-IV-Empfänger und andere hilfebedürftige Menschen. "Wir sehen die Not unabhängig von der Herkunft", betonte Caritas-Vorstandsvorsitzende Brunhild Demmer. Und Michaela Rosenbaum (Awo) bestätigte: "Wir reden über soziale Probleme, nicht über ethnische."

Das bis Ende 2019 laufende Modellprojekt wird durch Wissenschaftler der Frankfurt University of Applied Sciences begleitet. "Das Land möchte das Know-how der Kommunen aufgreifen, wie vor Ort beste Ergebnisse zu erzielen sind", sagte Kornelia zum Kolk. Dieses Wissen kann dann auch anderen Kommunen nützen.

(RP)