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Kamp-Lintfort: Logport: Stadt will bis 2014 Planungsrecht schaffen

Kamp-Lintfort : Logport: Stadt will bis 2014 Planungsrecht schaffen

Der Stadtentwicklungsausschuss gab gestern den Startschuss zur Umwidmung der Kohlenlagerfläche.

Die Stadtverwaltung hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: In 18 Monaten will sie Planungsrecht für die Ansiedlung eines Logistikzentrums durch Logport auf der ehemaligen Kohlenlagerfläche des Bergwerks West schaffen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung gab einstimmig grünes Licht für die Aufstellung des Bebauungsplanes und die Änderung des betreffenden Flächennutzungsplanes. Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt wertete das politische Votum als Meilenstein für eines der wichtigsten interkommunalen Projekte in der Region. Für SPD-Fraktionschef Heinz-Günter Schmitz sprach sogar von einem "historischen Beschluss".

Die bisherige Kohlenlagerfläche soll nach Aufgabe der bergbaulichen Nutzung in Verbindung mit privaten und städtischen Flächen zu einem für die Region bedeutsamen interkommunalen Gewerbestandort mit einer Größe von rund 30 Hektar entwickelt werden. Die Entwicklung des Standortes wird die Logport Ruhr GmbH, ein Beteiligungsunternehmen der Duisburger Hafen AG und der RAG Montan Immobilien GmbH, eigenwirtschaftlich durchführen. Laut Bürgermeister Landscheidt stößt das Projekt auf einen großen politischen Konsens in der Region.

"Die wir4-Städte stehen hinter den Planungen." Parallel zu den städtischen Planungsverfahren muss der Regionalverband Ruhr (RVR) den Regionalplan ändern. Landscheidt zeigte sich gestern davon überzeugt, dass auf dem Logistikzentrum bis zu 1000 neue Arbeitsplätze in Kamp-Lintfort entstehen könnten. Ziel sei es, Flächen für Unternehmen im Bereich wertschöpfender Logistik, Kontraktlogistik sowie für Handels- und Produktionsunternehmen mit besonderem logistischem Bedarf bereitzustellen. Eine wichtige Frage im Rahmen des nun anstehenden Planungsverfahrens ist die verkehrliche Erschließung. Wie Landscheidt gestern mitteilte, wird Logport die vorhandenen Zechengleise bis zur 30 Hektar-Fläche selbst ertüchtigen. Für die Erschließung des Logistikzentrums über die Straße gibt es zurzeit unterschiedliche Varianten. "Die realistischste Lösung verläuft über die B 528", erläuterte Monika Fraling, Leiterin des Planungsamtes in Kamp-Lintfort.

Im Zusammenhang mit dem Logistikzentrum auf der Kohlenlagerfläche gewinnt auch die Realisierung der Niederrheinbahn für die Stadt an Bedeutung. Wie die Verwaltung gestern mitteilte, hängt die Finanzierung eines Bahnanschlusses bis zur Innenstadt davon ab, wie die Regionalisierungsmittel, mit denen der schienengebundene Nahverkehr in den Ländern finanziert wird, durch den Bund für 2014 verteilt werden. Die Verwaltung berichtete über vielfältige Gesprächstermine mit Land, Bund und VRR über dieses Vorhaben.

(RP/rl)