Moers: Live und draußen: Jazz-Musik schon zur Frühstückszeit

Moers : Live und draußen: Jazz-Musik schon zur Frühstückszeit

Die Morning Sessions des Moers-Festival sind ein Hexenkessel. Angelika Niescier beschreibt das Treiben als "ständigen Flow".

Die Nächte sind lang beim Moers Festival und viel Schlaf finden die meisten, weder auf noch vor der Bühne, nicht. Dennoch sind die "Morning Sessions" nicht nur für eingeschworene Jazzfreaks ein unverzichtbares "Das muss man erlebt haben". Auch wenn der Allgemeinzustand am frühen Morgen noch, wie ein sichtlich übermüdeter Festivalbesucher es formulierte, "ein bisschen leicht schleppend" ist, lässt man sich die seit frühesten Festivalzeiten immer wieder bewährten "Konzerte im Morgengrauen" nicht entgehen.

Am Rand des Festivalbetriebs wird in diesen Frühkonzerten immer wieder Ungewöhnliches in immer wieder neuen Besetzungen erlebt. Die Morning Sessions sind der Hexenkessel des Festivals. Hier wird experimentiert, ausprobiert, gesucht, geforscht, gefunden und überrascht. Die Besetzungen im Ratsaal und der Kantine des ehemaligen Rathauses blieben auch diesmal bis kurz vor den Konzerten offen. Kuratiert wurden die Morning Sessions wieder von der Saxophonistin Angelika Niescier, in Moers als "Improviser in Residence" 2008 in bester Erinnerung.

"Es geht darum, dass die Musiker, die auf der großen Bühne spielen, in intimerem Zusammenhang gehört werden", sagt Niescier. "Es war schon immer ein wichtiger Punkt des Festivals, dass Musiker, die sich vorher nicht kannten, zusammen spielen." Auf diese Weise entstehen Besetzungen wie "Geige, zwei Saxe, Bass, zwei Drummer". Angelika Niescier verbindet, mit ihrem ganz eigenen Sound Klarheit mit Melodie und Lyrik.

Parallel dazu warten die Achim-Tang-Fans oben auf das nächste Set. "Was geht'n hier ab?", fragt ein Besucher mit Blick in den Saal und erhält die fachkundige Antwort: "Hier macht der Tang die Töne." Das Publikum wandert im halbstündigem Rhythmus von der Kantine in den Ratsaal und wieder zurück. "Das ist ein ständiger flow", so Niescier. Nimm!-Posaunist Helmut Buntje kommt 11 Uhr dazu, wünscht dem Publikum "Unfassbar viel Spaß.

" Und der ist garantiert: "Wieder mal voll der Hammer hier", rufen sich zwei Besucher quer durch den Raum zu. Die Umstehenden nicken: "Einfach nur gut. Immer wieder."

(prs)
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