Moers: Lesungen bei den Duisburger Akzenten

Moers: Lesungen bei den Duisburger Akzenten

Die Duisburger Stadtbibliothek beteiligt sich mit einem vielseitigen Literaturangebot an den Duisburger Akzenten, die unter dem Motto "Nie wieder Krieg?" stehen. Zum Auftrakt liest Christian Brückner aus der "Ilias" von Homer.

Christian Brückner ist nicht nur ein renommierter Schauspieler und exzellenter Rezitator, sondern auch ein Literaturkenner, der bei thematisch gebundenen Veranstaltungen gerne seine eigenen Überlegungen einbringt. Als der Duisburger Bibliotheksdirektor Jan-Pieter Barbian Brückner fragte, ob er selber etwas zum Akzente-Motto "Nie wieder Krieg?" für einen Rezitationsabend in der Zentralbibliothek aussuchen möchte, kam dessen Antwort spontan: Homers "Ilias". Damit wählt Brückner zum Auftakt des Literaturprogramms zu den Duisburger Akzenten am Montag, 5. März, zugleich einen Text, der den Beginn der schriftlichen Literatur in Europa bildet.

Die "Ilias" schildert das letzte Jahr des zehnjährigen Trojanischen Krieges. Der Krieg war auch damals ein grausames Gemetzel, aber eines, das nicht wie in unserer Zeit anonymisiert, sondern ein Kampf von Mann zu Mann, Held zu Held war. Brückner liest aus der klassischen deutschen Übertragung von Johann Heinrich Voss.

Zwei Tage später ist der Bestsellerautor Axel Hacke zu Gast in der Zentralbibliothek und liest aus seinem klugen und oft auch witzigen Buch, dessen Titel gleichsam eine Kurzformel seiner inhaltlichen Zielrichtung ist: "Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen."

Fast ein Heimspiel ist der Abend am 9. März, wenn der Bochumer Journalist und Autor Werner Streletz und der Duisburger Sänger, Autor und Gitarrist Zepp Oberpichler eine literarisch-musikalische Reise vom Mittelalter ins Heute antreten. Ausgangspunkt ist dabei für Werner Streletz der alte Nibelungen-Mythos, der auf drei Personen eingedampft und mit der Gegenwart konfrontiert wird. "Nibelungen - reloaded" ist das Motto des Abends, bei dem Oberpichler auch Passagen aus dem Original-Epos in mittelhochdeutscher Sprache vortragen wird.

Der vielfach ausgezeichnete Autor Navid Kermani, u.a. Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, stellt am Samstag, 10. März, sein kürzlich in den Buchhandel gekommenes neues Werk "Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan" vor. Ein Jahr lang reiste der Autor, übrigens im Auftrag des Spiegels, in den Osten, um seine Eindrücke zu schildern, die er in Russland bis hinein in den Orient gemacht hat. Kermani wird nicht nur aus seinem Buch lesen, sondern auch ein öffentliches Gespräch mit dem WDR-Journalisten David Eisermann führen. Fragen aus dem Publikum sind wohl auch zugelassen.

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"Ich bin sehr hübsch, das sieht man nur nicht so" - man ahnt es schon: wer ein Buch mit einem solchen Titel veröffentlicht, gehört zur PoetrySlam-Gemeinde. Am 12. März ist mit Sarah Bosetti eine der besten Vertreterinnen dieses publikumswirksamen Genres in der Zentralbibliothek zu Gast. "Ich will doch nur mein Bestes" hat Sarah Bosetti ihr aktuelles Programm überschrieben, bei dem sie sich auf ihre Art mit dem Akzente-Motto auseinandersetzen möchte.

Petra Reski ist eine der bekanntesten investigativen Journalistinnen in Deutschland. Ihre Artikel über die italienische Mafia und ihre Macht erregen Aufsehen. Klar, dass ihre Recherchen nicht überall gern gelesen werden. Das ein oder andere Mal setzten Anwälte ihr gegenüber auch Unterlassungsklagen durch. Gleichwohl wurde sie als "Reporterin des Jahres" ausgezeichnet.

Mit Unterlassungsklagen muss sie jetzt aber nicht rechnen, denn ihre jüngste Publikation ist ein Roman. Er hat den anscheinend romantischen Titel "Bei aller Liebe", doch handelt es sich um einen Krimi, bei der eine Kommissarin den Kampf gegen die Mafia aufnimmt.

Für alle Literaturabende gibt es ab sofort Vorverkaufskarten (5 bis 10 Euro) an der Informationstheke in der Zentralbibliothek in Duisburg (Stadtfenster), Steinsche Gasse 26. Die Karten kosten zwischen fünf und neun Euro, an der Abendkasse sind sie einen Euro teurer, falls überhaupt noch vorhanden.

(pk)
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