Lehrerpreis für Moerser Pädagogen

Geschwister-Scholl-Gesamtschule : Lehrerpreis für Moerser Pädagogen

Gökhan Yetisen hat zusammen mit einem Team der Geschwister-Scholl-Gesamt­schule eine iPad-App für den Philosophie- und Ethikunterricht entwickelt.

Gökhan Yetisen, Lehrer an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Moers, gehört zu den insgesamt 16 Preisträgerinnen und Preisträgern des deutschen Lehrerpreises 2019 des Deutschen Philologenverbands und der Vodafone-Stiftung. Yetisen als Projektleiter und ein Pädagogen-Team (Klaus Bleckmann, Rolf Grüter, Hendrik Lemm und Verena Michael) wurden in der Kategorie „Lehrer: Unterricht innovativ“ mit einem Sonderpries der Zeitung „Zeit“ für ihr Projekt „PhiloWelt: iPad App“ gewürdigt. Die App bietet als interaktives Lernbuch neuartiges Material für den Philosophie- und Ethik-Unterricht, das philosophische Alltagsprobleme verdeutlicht, zum Nachdenken anstößt und zum Verfassen von philosophischen Produkten motiviert. Die Schüler entdecken über spannende Berichte, selbststeuerbare Animationen und Videoclips die Welt der Moral, der Physik und der Religion. Sie begeben sich beispielsweise auf die Suche nach dem Nichts, wägen ab, ob Kants Pflicht zur Wahrheit auch dann gelten soll, wenn sie ihren besten Freund verraten sollen, und diskutieren, ob Gebete die Welt verändern können.

Die Lerninhalte sind für Haupt-, Real-, Gesamt- und Förderschüler ausgelegt. Die in der App enthaltenen Medien sind sprachsensibel, um auch Schülern einen Lernerfolg zu ermöglichen, die noch über eine schwächere Lesefertigkeit verfügen. Um die Motivation der Schüler für das Lesen zu steigern, werden Texte mit Animationen, Illustrationen und Videoclips ergänzt. Des Weiteren sind die Einzelthemen innerhalb eines Kapitels mithilfe einer zentralen Geschichte, die eine fiktive Figur erlebt, kontextuell verbunden, sodass die Lernenden Einzelthemen in einen für sie selbst sinnstiftenden thematischen Zusammenhang überführen können.

Die Schülerinnen und Schüler lernen, moralische Handlungsoptionen unter Berücksichtigung eigener Vorstellungen und der Ansichten von Philosophen, die innerhalb der Kapitel vorgestellt werden, zu beurteilen.

Die Jury befand bei der „PhiloWelt: iPad App“ als herausragend, „dass philosophisch komplizierte Fragestellungen durch die Präsentation in der App und der Kontext für junge Schülerinnen und Schüler zugänglich werden. Ebenso ist die Idee, durch den derart gestalteten Unterricht die schwache Lesefähigkeit zu fördern, als positiv zu bewerten.“

„Guter Unterricht ist beweglich, individuell, emotional und zusammenführend. Er bindet nicht an Stühle, bleibt stets offen, kennt die Barrieren, bietet Wege an, erzeugt Gefühle und hilft, die Fragmente der Eindrücke in einen Zusammenhang zu führen“, sagte Projektleiter Gökhan Yetisen.