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LBM aus Moers wächst und setzt auf Nachhaltigkeit​

Kreative Ideen aus Moers : LBM wächst und setzt auf Nachhaltigkeit

Das Moerser Unternehmen etablierte schon in den 90er Jahren Neuerungen. Es führte als erstes von der Berufsgenossenschaft zertifizierte, schadstoffarme Tonerkartuschen ein.

„Am Anfang wurden wir für verrückt erklärt.“ So beschreibt Lutz Bongen die Reaktionen, die der in Moers ansässigen Firma LBM Lutz Bongen GmbH entgegenschlugen, als diese 2005 einen von der Berufsgenossenschaft zertifizierten, schadstoffarmen Toner auf dem deutschen Markt vorstellte. Die LBM hielt an ihrem Kurs fest. Sie ließ sich vom Berufsgenossenschafts-Institut für Arbeitsschutz in St. Augustin bei Bonn den Toner zertifizieren, der im Vergleich zu anderen Tonern weniger als ein Hundertstel der Schadstoffe aufwies, wie zum Beispiel Cadmium, Kobald, Nickel oder Blei. Diese Prüfung muss jährlich wiederholt werden.

Lutz Bongen und Ingo Fischer (v.l.) leiten die LBM-Geschäfte. Foto: Christoph Reichwein (crei)

„Zertifizierten schadstoffarmen Toner auf dem Markt zu etablieren, war mit entscheidend für den Erfolg“, sagt Lutz Bongen. „Obwohl die Inhaltsstoffe teurer sind, können wir unser Produkt günstiger als Originalprodukte anbieten.“ Die Geschäftsführer, Lutz Bongen und Ingo Fischer, haben damit ein frühes Gespür für zukünftige Entwicklungen bewiesen. Nicht ohne Grund lautet das LBM-Motto: „Wir denken weiter.“

So etablierte die LBM in den 90er Jahren recycelte Tonerkartuschen, die nachfüllbar waren. „Dafür haben wir Originalkartuschen umgebaut und alle Verschleißteile ersetzt“, blickt Ingo Fischer auf den Start der eigenen LBM-Produktlinie zurück. „Obwohl wir in Deutschland produzieren, können wir die LBM-Kartuschen zu sehr attraktiven Konditionen anbieten.“ Parallel dazu setzte die LBM auf Digitalisierung, die sich in zwei Tochterunternehmen widerspiegelt. Die Kafaii Kopie GmbH, Sitz in Düsseldorf, ist als Dienstleister für Digitaldruck tätig. Die TEC-SAS GmbH mit Sitz in Moers ist ein IT-Systemhaus, das seinen Schwerpunkt auf Sicherheitslösungen, Monitoring und Workflow-Optimierung setzt. Die TEC-SAS betreibt zudem eine deutsche Cloud in Oberhausen.

Die Umweltstrategie setzt die LBM mit der Errichtung einer Photovoltaikanlage mit 440 Kilowattstunden auf 6000 Quadratmeter Dachfläche konsequent fort. „Wir benötigen 70 Prozent des so produzierten Stroms selbst“, sagt Ingo Fischer, der die nachhaltige Investition auf gut 500.000 Euro beziffert. Der Solarstrom dient unter anderem dazu, sieben Elektroautos zu betanken. Dafür errichtet das Moerser Unternehmen auf dem Firmengelände zehn Ladestationen. Sie will Schritt für Schritt ihren gesamten Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge umrüsten. Die Umsetzung der großflächigen Photovoltaik-Anlage erfolgte in enger Abstimmung mit der Enni, die umweltfreundlichen Elektroautos wurden über den örtlichen Handel bezogen.

Die LBM verfolgt die Umweltstrategie weiter. Als nächstes plant sie, die bestehende Heizungsanlage durch ökologisch nachhaltige Systeme zu ersetzen.