Moers/Straelen: Lange Haft für Drogenkurier

Moers/Straelen : Lange Haft für Drogenkurier

Sechs Kilo Marihuana: Angeklagter (54) muss für dreieinhalb Jahre in Haft.

Bei der Suche nach Waffen hatte die Polizei bei einem Autofahrer in Moers kiloweise Drogen gefunden. Gestern musste sich der Fahrer vor der auswärtigen großen Strafkammer in Moers verantworten. Der 54-Jährige muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Im April hatte ein Anrufer der Polizei gemeldet, dass er soeben eine Waffenübergabe auf einem Parkplatz an der Neckarstraße beobachtet hätte. Der Anrufer konnte nicht nur das Auto beschreiben, sondern auch das Kennzeichen nennen. Kurz darauf stellten die Beamten den 54 Jahre alten Angeklagten aus Straelen an einer Ampel. Eine Waffe wurde nicht gefunden, beim Öffnen des Kofferraums schlug den Beamten aber ein verrätersicher Duft entgegen. In dem Wagen befanden sich knapp sechs Kilo Marihuana.

Nachdem der Angeklagte sich vor Gericht zu den Vorwürfen nicht äußern wollte, sagten Polizeibeamte aus. Als die Meldung von der Zentrale kam, habe man befürchtet, der Gesuchte könne gefährlich sein. Falls er eine Schusswaffe habe, sei ein Angriff auf Polizeibeamte nicht auszuschließen. Darum war sein Wagen an einer roten Ampel von mehreren Einsatzfahrzeugen umstellt worden. Die Beamten gingen mit gezogener Waffe auf ihn zu und durchsuchten den Wagen. Der Garten- und Landschaftsbauer aus Straelen habe sofort beteuert, er habe keine Schusswaffe dabei, allerdings Drogen. Die fünf schwarzen verschweißten Beutel habe er in Venlo abgeholt. Einen habe er bereits weitergegeben. Die Drogen solle er in Moers abgeben. Für den Transport habe er von einem unbekannten Mann Geld erhalten.

Der Verteidiger insistierte, dass der Tippgeber gefunden werden müsse. Gerade damit hatten die Ermittler Schwierigkeiten gehabt. Unter der Handynummer des anonymen Anrufers, der die Übergabe einer Schusswaffe auf der Neckarstraße gesehen haben wollte, war niemand zu erreichen. Die Spur habe man dann nicht weiter verfolgt. Wichtiger sei der Drogenfund gewesen. Der 54-Jährige wurde wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln und Beihilfe zum Handeltreiben zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

(bil)