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Kunstprojekt zum Mitmachen in Moers: Mobile Gärten wandern durch die Stadt

Kunstprojekt zum Mitmachen : Mobile Gärten wandern durch Moers

Die Moerser Künstlerin Sigrid Nikel-Bronner bringt im interaktiven Projekt „Tagträume eines Wandergartens“ kleine Pop-Up-Gärten in die Moerser Innenstadt. Noch dreimal findet die Aktion statt. Gäste sind dazu willkommen.

Die Künstlerin Sigrid Nikel-Bronner träumt von üppigen Gärten mitten in der Stadt, von Orten der Begegnung, die zum Austausch einladen und zur gemeinsamen Gestaltung des städtischen Lebensraums. „In Zeiten des Klimawandels möchten wir ein Zeichen setzen gegen versiegelte Böden, Insektensterben und Entfremdung von der Natur“, so die Künstlerin, die auch eine große Gartenliebhaberin ist. Ein Stück lebensbejahender Beziehungskultur sei ihr Projekt, denn statt nur (an)zuklagen könne man auch aktiv etwas Gutes für die Umwelt tun, so Nikel-Bronner. Gemeinsam mit vier Freundinnen hat sie am Donnerstag die Aktion „Tagträume eines Wandergartens“ gestartet, die vom Kulturbüro der Stadt Moers sowie vom Klimaschutzmanager unterstützt wird.

Trotz Nieselregens zogen die fünf Frauen vom alten Landratsamt mit drei Einkaufswagen los. Diese waren vom Gartencenter Schlößer bereitgestellt und mit verschiedenen Pflanzen bestückt worden. Je ein Jutesack, grober Rindenmulch sowie einige passende Dekorationselemente waren weitere Zutaten für die drei kleinen Themengärten, die gegen Mittag in der Fußgängerzone „aufploppen“ sollten. Der Platz vor dem Seiteneingang der Stadtkirche schien perfekt geeignet zu sein für einen kleinen Bauerngarten. Rittersporn, Sonnenhut und Lavendel wurden sorgfältig drapiert. Für noch mehr Aufmerksamkeit sorgten die Schilder mit der Aufschrift „Tagesgarten“.

Wer einen neugierigen Blick wagte, wurde von Pop-up-Gärtnerin Marlies Ramke herangewinkt. Christa Bald ließ sich sofort für das Projekt begeistern. Sie sei immer auf der Suche nach schönen und interessanten Fotomotiven und teile diese Bilder in den sozialen Netzwerken. Das ist ganz im Sinne von Sigrid Nikel-Bronner, die die vergänglichen Garten-Kunstwerke auch fotografisch dokumentieren und später in einer Ausstellung zeigen möchte.

Die Künstlerin und Ideengeberin selbst baute ihren asiatischen Wassergarten mitten in der Fußgängerzone auf. Vor dem Nordsee-Restaurant schien ihr dafür ein passender Ort zu sein. Mit dem roten Acrylstuhl und dem dreieckigen Gebots-Schild wirkte das wie eine kleine, provokative Demonstration.

Gärtchen Nummer drei wurde am Neumarkt gestaltet. Die Gärtnerinnen luden Passanten ein, an den Kräutern des „Sinnengartens“, wie Rosmarin, Thymian und Salbei zu schnuppern. „Am schönsten fände ich es, wenn man Hochbeete mit Kräutern anlegen würde, von denen die Anwohner auch ernten könnten“, meinte Margarete Hartjes. Die Asbergerin wünscht sich auch für manch triste Ecke in ihrem Stadtteil blühende Oasen. Gegen 14 Uhr wurden die wandernden Gärten wieder abgebaut. Sie sollen weiter träumen und zum Gespräch einladen, und zwar an den kommenden drei Donnerstagen. Das Projekt sei Teil einer „sozialen Plastik“, an der sich jeder, der Lust hat, beteiligen könne, erklärte Eva Marxen vom Kulturbüro.

Mehr lebendiges Grün in der Stadt ist eins der Anliegen des Moerser Klimaschutzmanagers Bastian Gehrmann. Noch bis zum 31. August läuft ein Wettbewerb, bei dem er die buntesten, artenreichsten und klimafreundlichsten Vorgärten sucht. In diesem Zusammenhang soll eine weitere Brücke zwischen Kunst und Klimaschutz geschlagen werden, wenn Künstlerinnen bei der Gestaltung von Vorgärten helfen.