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Rheurdt: Kulturring Rheurdt löst sich auf

Rheurdt : Kulturring Rheurdt löst sich auf

Der Tod von Günter Metzner hat im Kulturring eine nicht zu schließende Lücke gerissen.

Nach dem Tod von Günter Metzner hat der literarische Salon seine Pforten für immer geschlossen. Zum letzten Mal lud der Kulturverein Rheurdt-Schaephuysen am Dienstag in den Sitzungssaal des Rathauses ein, wo es in kleiner Runde um Literatur, Meinungen über Neuerscheinungen und Altbewährtes aus dem Bücherschrank ging. Mit Metzners Tod wird auch die Arbeit des Kulturrings Rheurdt-Schaephuysen enden.

Metzner war der Motor, wenn es um Kultur in und für die Gemeinde Rheurdt ging. Das Gründungsmitglied starb vor einigen Tagen und wurde gestern beerdigt. "Wir haben lange überlegt, ob wir diesen letzten Termin des literarischen Salons ausfallen lassen. Günter Metzners Wunsch war es bis zum Schluss, dass der Salon, wie gewohnt, stattfindet", erzählt sein Stellvertreter Ingo Platzen bei den Literaturfreunden im Rathaus.

"Ohne Günter Metzner ist der Kulturring für uns kein Thema. Einen Nachfolger für die viele Arbeit haben wir nicht gefunden. Die Lücke können wir nicht schließen", sagte Platzen, der auch weitere Gründe wie das fortgeschrittene Alter der Mitglieder nennt. "Allerdings glauben wir, dass in Rheurdt weiterhin kulturelle Veranstaltungen angeboten werden. Das ist ja bereits in der Biobäckerei Schomaker zu erleben."

Günter Metzner war der Mann an allen Stellschrauben, der sich um das Programm, die Auswahl und die Verträge mit den Künstlern und vieles mehr kümmerte. Literatur und Kultur waren sein Steckenpferd, dem die ungeteilte Leidenschaft des ehemaligen Lehrers galt.

Seit 1994 bot der Kulturring Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen, Konzerte, Fahrten zu Ausstellungen und Theaterhäusern oder Aufführungen für Kinder an. Auf skeptische Fragen nach der Umsetzbarkeit eines abwechslungsreichen Kulturprogramms mit begrenztem Budget hatte Metzner stets die richtige Antwort parat. "Provinz gibt es nur in den Köpfen." Der Sitzungssaal im Rathaus war oft genug die Bühne und ein gut besuchter, kleiner, aber feiner Veranstaltungsort zugleich. Er sorgte für Nähe vom Publikum zum Künstler. Platzen: "Günter Metzner war die Seele des Kulturrings und hat ihn durch eine große literarischen und musikalischen Kenntnisse über viele Jahre geprägt."

(sabi)