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Kultur in Moers: Herbstkonzert des NKM in doppelter Ausführung

Kultur in Moers : Herbstkonzert des NKM in doppelter Ausführung

Beethovens zweites Klavierkonzert stand im Mittelpunkt des Abends beim Niederrheinischen Kammerorchester Moers. Weil es in den Zuhörerreihen aus Gründen des Coronaschutzes nicht zu eng werden durfte, gab es zwei Aufführungen hintereinander.

Das Herbstkonzert des Niederrheinischen Kammerorchesters Moers (NKM) gab’s am Samstagabend im Kulturzentrum Rheinkamp gleich doppelt. Um den Corona-Abstandsregeln gerecht werden zu können, fanden nacheinander zwei Aufführungen statt. Rund 60 Konzertbesucher nahmen pro Auftritt im Saal des Kulturzentrums Platz, wobei die Besucher einzeln zu ihren nummerierten Plätzen geführt wurden und die Mund-und-Nasen-Schutzmasken erst zu Konzertbeginn abgenommen werden durften. Zwar konnten Ehe- und Lebenspartner nebeneinander sitzen, doch es blieben immer mindestens zwei leere Stühle zum nächsten Besucherpaar frei.

Eröffnet wurde das Konzert aus Anlass des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven mit dessen Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 1“, das ursprünglich beim ausgefallenen Frühjahrskonzert des NKM gespielt werden sollte. Um die Coronaregeln auch auf der Bühne des Kulturzentrums einhalten zu können, wurde beim Klavierkonzert auf die Bläserstimmen verzichtet. Das Werk wurde daher in einer Fassung für Klavier und Streichorchester aufgeführt, die sich an einer kammermusikalischen Bearbeitung des Konzertes für Klavier und Streichquintett des Mannheimer Hofkapellmeisters Vinzenz Lachner von 1880 orientierte. Während die Stimmführer der jeweiligen Streichergruppen am Samstag die Bearbeitung Lachners spielten, der zahlreiche Bläserpassagen in die Streicherstimmen des Quintetts eingearbeitet hat, spielten die übrigen Streicher die bekannte Orchesterfassung.

Die in Straßburg geborene Pianistin Catherine Klipfel, die neben ihren solistischen und kammermusikalischen Auftritten mit dem Morgenstern-Trio als Dozentin für Klavier an der Essener Folkwang Universität der Künste tätig ist, spielte das Klavierkonzert ungemein präzise und arbeitete die großen Melodiebögen der Komposition kunstvoll heraus. Während sie bei leisen Passagen beinahe entrückt zu sein schien und ihr Blick selbstvergessen an der Saaldecke haftete, spielte sie die kraftvollen Passagen des Werkes mit raumgreifenden Bewegungen, rasend-schnellen Läufen und einem energischen Anschlag. Der wechselnde Charakter der Musik spiegelte sich dabei stets in der Mimik ihres Gesichts wieder, über das immer wieder ein Lächeln huschte.

Nach dem virtuosen Beethoven-Rondo „Die Wut über den verlorenen Groschen“, das Catherine Klipfel als Zugabe präsentierte, spielte das Kammerorchester unter der Leitung von Michael Preiser die Serenade Nr. 3 op. 69 für Violoncello und Streichorchester von Robert Volkmann. Bei der sehr konzertanten Komposition des in Sachsen geborenen Romantikers, dessen Werke zu Lebzeiten sehr beliebt waren, aber heute fast vergessen sind, spielte Thomas Weihrauch, der Stimmführer der Celli, die zahlreichen lyrischen und sehnsuchtsvollen Solo-Passagen mit wunderbar warmem Ton. Mit dem farbenreichen und expressiven „Lyrischen Andante“ von Max Reger endete das Herbstkonzert des Niederrheinischen Kammerorchesters.