Künstlergruppe Spektrum stellt in Moers aus.

Kunst in Moers : Orientierungspunkte – auf Leinwand und auf Papier gebannt

Die Moerser Künstlergruppe „Spektrum“ hat sich mit dem Thema „Landmarken – Wegmarken“ befasst. Das Ergebnis ist im Haus am Schwanenring zu sehen.

„Landmarken – Wegmarken“, so heißt eine neue Bilderausstellung der Moerser Malergruppe „Spektrum“, die seit  Sonntag in der Begegnungsstätte „Haus am Schwanenring“ in Moers zu sehen ist. Knapp ein Jahr haben die derzeit 23 Mitglieder dafür nicht nur ganz markante Gebäude und Formationen aus nah und fern, sondern zum Teil auch ihre ganz persönlichen Orientierungspunkte auf Leinwand und Papier gebannt. Am Sonntag wurde die aus insgesamt 58 Bildern bestehende Ausstellung in Gegenwart der Künstler und Künstlerinnen, sowie zahlreicher Besucher von dem Leiter der evangelischen Begegnungsstätte Hinrich Kley-Olsen mit einigen besinnlichen Worten eröffnet, wobei er vor allem die Bedeutung von Land- und Wegmarken für die soziale und individuelle Lebensgestaltung in den Vordergrund rückte. Die Einführung in den künstlerischen Aspekt übernahm dann anschließend der langjährige Leiter und Mentor der Gruppe Hansfried Münchberg.

Wie schon bei allen vorherigen Ausstellungen stammte der Themenvorschlag auch diesmal wieder von ihm: „Was sollen wir denn da malen? Da fällt mir aber überhaupt nichts ein“, war daraufhin die erste Reaktion gewesen. Dabei, so erzählte er launig in seiner Eröffnungsrede, habe er einfach nur gedacht, dass sich der Mensch schon seit Jahrtausenden an markanten Dingen in seiner Umgebung orientiert habe, wenn er bestimmte Orte wiederfinden wollte. Das und die Möglichkeit, das Thema auch ganz individuell für sich auszulegen, überzeugte schließlich. Am Ende reichten sogar einige Teilnehmer mehr als nur ein Bild zu der Ausstellung ein. So war Berta Trompetter zum Beispiel gleich mit vier Leuchtturm-Motiven und einer Windmühle vertreten, und Gisela Wasielewski hatte neben Schifffahrtszeichen und Bojen unter anderem die Skulptur der „Kleinen Meerjungfrau“ in Kopenhagen und eine besonders schöne Urlaubsimpression vom Nordkap beigesteuert. Mieke Siebert, so berichtete Hansfried Münchberg schmunzelnd, habe überhaupt nicht mehr aufgehört zu malen.

Ihre Bilder zeigten vor allem Sehenswürdigkeiten von der niederländischen Insel Texel. Es gab jedoch auch zahlreiche Bilder von einheimischen Land- und Wegmarken wie zum Beispiel von dem riesigen „Metallkumpel“ des Bildhauers Anatol auf dem ehemaligen Neukirchen-Vluyner Zechengelände, dem skeletthaften Haus auf der Halde Norddeutschland oder vom Henriette-Denkmal vor dem Moerser Schloss. Eine ganz andere Interpretation des Themas stammte dagegen von Brigitte Busz. Ihr auf Papyrus gemaltes Bild enthielt ganz viele, eher im übertragenen Sinne zu verstehende Wegmarken wie  eine Kirche, eine Standuhr und sogar das Sternbild des Großen Wagens am Nachthimmel.

Die 1995 gegründete Moerser Gruppe „Spektrum“ besteht aus 23 Mitgliedern. Ihre neue Ausstellung  kann montags bis freitags von jeweils 14 bis 17 Uhr in der evangelischen Begegnungsstätte „Haus Schwanenring“, Schwanenring 5, in Moers besichtigt werden.

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