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Kriminal-Rückblick 2019: Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen zwei Moerser

Kriminal-Rückblick 2019 : Gruppenvergewaltigung: Urteil noch nicht rechtskräftig

Die Staatsanwaltschaft und auch ein 29 Jahre alter Moerser haben Revision gegen das Urteil eingelegt.

Wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung in zwei Fällen standen im Dezember zwei Moerser vor Gericht. Gemeinsam mit Freunden aus Krefeld, Wesel und Dinslaken wurden sie beschuldigt, Anfang des Jahres zwei junge Frauen vergewaltigt und sexuell genötigt zu haben. Der Prozess in Kleve endete mit Geldstrafen für vier der fünf Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft und auch ein 29 Jahre alter Moerser gehen  nun mit der Revision gegen das Urteil vor.

Laut Urteil des Landgerichts Kleve hatten die Männer in wechselnder Beteiligung Geschlechtsverkehr mit jungen Frauen, die sie in einer Disco in Düsseldorf kennengelernt hatten. Nicht wegen vollendeter Vergewaltigung in zwei Fällen und einer versuchten in einem Fall wie angeklagt verurteilte die Kammer vier der Angeklagten, sondern „nur“ wegen Nötigung und der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs.

Die Männer hatten die Frauen beim Sex gefilmt. Unfreiwillig sei der aber nicht gewesen, befanden die Klever Richter. Einer der Angeklagten wurde komplett freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte vor allem für den mutmaßlichen Haupttäter, aber auch für Mitangeklagte, teils langjährige Haftstrafen gefordert.

Die Anklagebehörde ging davon aus, dass die zum Tatzeitpunkt 17 beziehungsweise 21 Jahre alten Opfer mit K.o.-Tropfen betäubt und von den Angeklagten stundenlang, teilweise mit Gegenständen, vergewaltigt wurden. Die Ereignisse der Nächte vom 15. Februar und 20. März hielten die Angeklagten mit ihrem Smartphone auf Video fest.

Der Vorwurf der Vergewaltigung sei aufgrund der mangelnden Erinnerungen der Frauen an die Tatnächte umstritten gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung. Ein klares „Nein“ oder „Ich will nicht“ sollen sie nicht geäußert haben. Die ärztliche Untersuchung erfolgte erst weit nach der Frist von 14 Stunden, während der K.o.-Tropfen im Urin nachweisbar sind.

Das Urteil, so der Richter, beziehe sich daher nur auf den Vorwurf der Nötigung und des Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte, da die Frauen den Videoaufnahmen nicht zugestimmt hätten.