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Kreis Wesel: Durchschnittsverdiener zahlen weniger Miete

Wohnen : Mieten sind bezahlbarer geworden

Der Durchschnittsverdiener musste in NRW im Jahr 2020 einen kleineren Teil seines Lohns für die Miete ausgeben als noch 2015. Das zeigt eine neue Studie. In der Folge ist ein Umdenken in der Mietenpolitik nötig, betont Haus & Grund Grafschaft Moers.

Die Mieten sind in Nordrhein-Westfalen zwischen 2015 und 2020 für Lohnempfänger bezahlbarer geworden. „In allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten sind die Bestandsmieten weniger stark gestiegen als der Durchschnittslohn“, berichtet Rechtsanwalt Michael Buser, Geschäftsführer von Haus & Grund Grafschaft Moers. Sein Landesverband hat eine auf NRW bezogene Auswertung der Studie vorgenommen, die Haus & Grund Deutschland nun vorgestellt. Demnach sind auch die Neuvertragsmieten fast überall in NRW bezahlbarer geworden. Im Kreis Wesel mussten Durchschnittsverdiener im Jahr 2020 6,1 Prozent weniger von ihrem Lohn für die Bestandsmiete aufwenden als noch 2015. Wer eine Neuvertragsmiete zahlen musste, lag sogar um 6,2 Prozent günstiger. Nur in Gelsenkirchen lag die Differenz aus Löhnen und Neuvertragsmieten mit -1,3 Prozent im negativen Bereich. „Dort war das Wohnen 2020 also etwas weniger bezahlbar als fünf Jahre zuvor“, erklärt Buser die Zahlen.

Der Rechtsanwalt ergänzt: „In Leverkusen zeigte sich mit -0,1 Prozent eine Stagnation. Überall sonst in NRW ist das Wohnen bezahlbarer geworden.“ Das gilt auch für die Metropolen. In Düsseldorf stieg die Differenz von Löhnen zu Bestandsmieten um +5,7 Prozent, bei den Neuvertragsmieten waren es +5,0 Prozent. In Köln liegen beide Werte bei +4,6 Prozent. Bonn kommt bei den Bestandsmieten auf einen Wert von +6,7 Prozent, bei den Neuvertragsmieten auf +7,2 Prozent.

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Insgesamt musste der Durchschnittsverdiener in NRW im Jahr 2020 satte 5,4 Prozent weniger von seinem Lohn für die Bestandsmiete aufwenden als noch 2015. Bei der Neuvertragsmiete kam er noch 4,6 Prozent besser weg. Im Bundesdurchschnitt kletterten die Löhne 2015 bis 2020 um 11,3 Prozent, die Bestandsmieten stiegen zugleich um 6,0 und die Neuvertragsmieten um 6,6 Prozent. Die Schlussfolgerung für die Politik bringt Buser auf den Punkt: „Für die breite Allgemeinheit wird Wohnen immer bezahlbarer. Allgemeine Maßnahmen zur Mietenregulierung für alle sind daher nicht mehr angebracht.“ Busers Vorschlag: „Bestimmte Gruppen, die mit der Bezahlbarkeit des Wohnens besondere Probleme haben, sollten gezielt unterstützt werden – etwa Alleinerziehende, Studenten und alleinstehende Rentner.“

Für die Untersuchung hat Haus & Grund die Angaben der Bundesagentur für Arbeit zu sozialversicherungspflichtigen Bruttoarbeitsentgelten herangezogen. Die Angaben zu den Mieten basieren auf Daten des Instituts F+B.