Moers: Konzertchor singt das "Stabat Mater"

Moers: Konzertchor singt das "Stabat Mater"

Am Wochenende probte der Grafschafter Konzertchor mit seinen Gästen die Komposition von Dvorák in Moers.

"Stabat mater dolorosa", "Schaut die Mutter voller Schmerzen", mit diesen drei Worten beginnt ein im frühen Mittelalter geschriebenes katholisches Reimgebet, das die Leiden Marias angesichts der Kreuzigung ihres Sohnes Jesus beschreibt. Der Dichter ist bis heute unbekannt, sein Gedicht inspirierte aber zahlreiche Komponisten, wie zum Beispiel Joseph Haydn, Giuseppe Verdi, Franz Liszt und auch den aus Böhmen stammenden Antonín Dvorák zu beeindruckenden musikalischen Werken. Die unter der Bezeichnung "Opus 58" verzeichnete Vertonung von Dvorák wird am 11. März ab 18 Uhr in der Repelener St. Martinuskirche eine ganz besondere Aufführung erfahren. Unter der Leitung des Musikpädagogen Hans-Günther Bothe wird dort der "Grafschafter Konzertchor" mit dem "Chor des Städtischen Musikvereins Wesel" Dvoráks "Stabat mater" in einem Konzert zum Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrieges zu Gehör bringen.

Unterstützt werden die beiden Chöre dabei von den vier Solisten Agnes Lipka (Sopran), Rena Kleifeld (Alt), Paul Onaga (Tenor) und Bruno Vargas (Bass) sowie dem "Rheinischen Oratorienorchester". "Das ist eine echt große Sache", wie Rainer van Lück, Vorsitzender des "Grafschafter Konzertchores", am Samstag bei einer der letzten Chorproben im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Duisburg-Hochheide erklärte. Die beiden Chöre hatten vor einigen Jahren schon einmal mit großem Erfolg ein Konzert in der Repelener St. Martinuskirche, damals ein Brahms-Requiem zur Erinnerung an die Gräuel des Zweiten Weltkrieges, gegeben.

Das diesjährige Projekt dürfte musikalisch mindestens ebenso, wenn nicht sogar noch anspruchsvoller sein. Wie Rainer van Lück erklärte, enthält Dvoráks "Stabat Mater"-Version zahlreiche schwierige achtstimmige Chor-Passagen, davon einige sowohl ausschließlich für weibliche als auch für männliche Stimmen: "Dazu braucht es eine Menge Sängerinnen und Sänger."

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In diesem Fall sind es mehr als 100, was allerdings nicht an den ganz großen Aufwand des Stückes im Jahr 1884 heranreicht. Damals präsentierte Dvorák seine Komposition mit mehr als 800 Sängern und einem riesigen Orchester in der Londoner Royal Albert Hall. Doch das schreckt die Chöre nicht. Im Gegenteil. Nachdem sie mit einigen Unterbrechungen bereits seit neun Monaten getrennt unter Hans-Günther Bothe geprobt hatten, traf man sich Anfang Februar zum ersten Mal zu einem "sehr intensiven" Probenwochenende in Dingden bei Hamminkeln. Die Probe am Samstag war eine Fortsetzung des Ganzen. Nach ein paar kurzen stimmlichen Lockerungsübungen ging es dabei vor allem darum, einigen besonderen Stellen des Stückes noch mehr gesanglichen Ausdruck zu geben. "Halten Sie sich beim Singen immer wieder die leidende Madonnenfigur vor Augen", versuchte Chorleiter Bothe seine Sänger emotional in die entsprechende Stimmung zu versetzen. Mit Erfolg.

Das Konzert findet am 11. März ab 18 Uhr in der katholischen Kirche St. Martinus, Leuschnerstraße 25 in Repelen statt. Vorverkaufskarten zum Preis von 15/20 und 25 Euro gibt es in der Moerser Barbara-Buchhandlung, Burgstraße 3, im Pfarrbüro St. Martinus, Heiermannsweg 6 oder unter www.grafschafter-konzertchor.de .

(lang)
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