Kohlenhuck: Perfekter Gewerbestandort

Unsere Woche : Kohlenhuck – ein perfekter Gewerbestandort

Lieber Mitmoerser, eigentlich wollen wir doch alle dasselbe: In einer Stadt wohnen, die all das bietet, was das Leben angenehm und lebenswert macht - Kita-Plätze, Sport- und Kulturangebote inklusive. Selbstverständlich kostet so eine Rundum-Versorgt-Kulisse Geld.

Deshalb wollen und müssen Städte Flächen für die Wirtschaft zur Verfügung stellen. Die Gewerbesteuer ist für die meisten Gemeinden eine der wichtigsten und größten Einnahmequellen. Die Frage, die sich in Moers stellt, ist: Wohin mit neuem, womöglich großflächigerem Gewerbe? Wo ist überhaupt noch Platz?

Fest steht: Die bestehenden Gewerbegebiete sind bald „voll“. Im Industrie- und Gewerbepark Pattberg sind zwei verbleibende große Flächen optioniert und wahrscheinlich noch in diesem Jahr vom Markt. Es bleiben 24 über den Regionalplan ausgewiesene, verfügbare Hektar: 14 in Kapellen und zehn an der Mollbergstraße/Römerstraße. Das war’s dann vorerst aber auch. Verwaltung und Politik ringen deshalb mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) um eine weitere, circa 25 Hektar große Logistik- und Industriefläche in Kohlenhuck. Die Moerser FDP-Fraktion hat sich diesbezüglich mit der Bitte um Hilfe an Staatssekretär Christoph Dammermann im NRW-Wirtschaftsministerium gewandt. In der dieser Woche kam die Antwort.

  • Moers : Ministerium: Gewerbegebiet Kohlenhuck ist möglich

Dammermann sieht eine Chance für ein Industrie- und Gewerbegebiet Kohlenhuck, wenn denn die Voraussetzungen des Landesentwicklungsplanziels 6.3-3 vorliegen. Das besagt – für den Planungslaien eher schwer verständlich –, dass „isoliert im Freiraum liegende Gewerbe- und Industrieflächen“ nur ausnahmsweise erlaubt sind. Die Stadt Moers müsste belegen, dass ihr Bedarf an neuen Flächen „nicht angrenzend an den Siedlungsraum“ gedeckt werden kann. Kapiert? Meiner Erfahrung nach wird sich jeder Bürger bedanken, der ein Industriegebiet direkt vor die Tür gesetzt bekommt. Speziell im Fall Kohlenhuck ergibt das Ganze überhaupt keinen Sinn. Tatsächlich ist der Standort für Gewerbe- und Industrieflächen prädestiniert: Autobahnabfahrt, gesicherte Erschließung, kaum Nachbarn, die gestört werden. Am Ende entscheidet der RVR.

julia.hagenacker@rheinische-post.de