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Kohlenhuck in Moers: RVR schwenkt wohl um

Moers : Kohlenhuck: RVR schwenkt um

Moerser Politiker rechnen noch in diesem Jahr mit einer positiven Entscheidung für ein neues Gewerbegebiet in Moers.

Es ist ein Erfolg nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“: So beschreibt es Mark Rosendahl, SPD, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung. Nach seinen Angaben will der Regionalverband Ruhr (RVR) nun nach langem Hin und Her der Ausweisung eines Industriegebiets in Kohlenhuck zustimmen. Am Rande eines Neujahrsempfangs habe ihm RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel die „frohe Botschaft“ überbracht, „dass nun einem Kooperationsstandort Kohlenhuck planerisch nichts mehr im Weg stehe“, so Rosendahl. Er hoffe, dass der RVR schon im Sommer einen entsprechenden Beschluss verabschiede.

Seit zehn Jahren bemüht sich die Stadt Moers, darum, am Rand der Abraumhalde in Kohlenhuck ein Industriegebiet auszuweisen. „Wir haben im Kreis ein regionales Wirtschafsentwicklungskonzept aufgestellt, in den das Industriegebiet Kohlenhuck sehr gut reinpasste“, blickte Martin Dabrock, Fachbereichsleiter für Stadt- und Umweltplanung am Donnerstag zurück. „Der RVR hatte das zunächst übernommen.“ Bis eine Neufassung des dem Regionalplan übergeordneten Landesentwicklungplans die Kriterien für neue Ansiedlungen verschärfte. „Danach mussten neue Standorte an bestehende Siedlungen anknüpfen“, sagte Dabrock. Es begann ein Tauziehen, weil Kohlenhuck quasi „ab vom Schuss“ zwischen Moers, Kamp-Lintfort und Rheinberg liegt. Für die Befürworter ist dies der Vorteil des Standorts: Es gibt kaum jemanden, der durch große Unternehmensansiedlungen gestört würde. Eine Verkehrsanbindung sei über den Autobahnanschluss Asdonkshof möglich.

Die Fertigstellung des neuen Regionalplans, eigentlich vor den Kommunalwahlen vorgesehen, lässt auf sich warten. Im Herbst wählte der RVR den zuständigen Planungsdezernenten Martin Tönnes ab. Das scheint den Moerser in die Karten zu spielen. Nicht nur bei SPD und CDU in der Regionalverbandsversammlung haben die Moerser nun Verbündete, vor allem habe auch in der RVR-Verwaltung eine Meinungsänderung bezüglich Kohlenhuck stattgefunden, heißt es. Bei den Grünen, die im RVR mit CDU und SPD kooperieren, gebe es aber nach wie vor Vorbehalte.

Auch Ingo Brohl, Fraktionschef der CDU im Moerser Stadtrat, zeigte sich am Donnerstag sehr zuversichtlich. „Zusammen mit Bürgermeister Christoph Fleischhauer haben wir sehr intensive Gespräche mit dem RVR geführt“, sagte er. Er gehe wie Rosendahl davon aus, dass die RVR-Verbandsversammlung im Sommer zugunsten des neuen Industriegebiets entscheidet. „Das wäre ein großer Wurf für Moers“, sagte Brohl. „Es bringt Arbeitsplätze und Gewerbesteuern.“ Die Stadt brauche dringend Platz für große Unternehmensansiedlungen zum Beispiel aus der Logistikbereich, wie zum Beispiel der Wegzug des Edeka-Zentrallagers aus Moers nach Oberhausen zeigt. „Entsprechende Anfragen großer Unternehmen müssen wir zurzeit ablehnen“, sagte Martin Dabrock. „Wir haben einfach keine Flächen.“