Moers: Körperverletzung, Diebstahl, Raub: Bewährungsstrafe für Koch

Moers : Körperverletzung, Diebstahl, Raub: Bewährungsstrafe für Koch

Erst zog er als Pizzabäcker nach Amerika, dann wollte er in Deutschland Fuß fassen. Hier wurde der Italiener allerdings von seinen Landsleuten um Geld geprellt, geriet auf die schiefe Bahn und beging Straftaten. Diese Karriere endete nun vor dem Moerser Schöffengericht.

Raub, versuchter Raub in Tateinheit mit Körperverletzung und mehrere Diebstähle wurden dem 34-Jährigen vorgeworfen. Unter anderem stand er im Verdacht, einen hinterhältigen Raubüberfall auf eine 80-Jährige verübt zu haben. Der Frau war am zweiten Weihnachtstag vor ihrem Haus auf der Homberger Straße hinterrücks die Handtasche entrissen worden, die die Seniorin stürzte. Das Moerser Schöffengericht sprach den Angeklagten in diesem Punkt allerdings frei.

Ein missglückter Handtaschenraub unter der Unterführung auf der Homberger Straße dagegen konnte dem 34-Jährigen nachgewiesen werden. Er war von Zeugen festgehalten worden. Sie sei auf dem Weg zum Frühstück bei einer Freundin gewesen, sagte das Opfer. Den dunkel gekleideten Angeklagten habe sie schon gesehen und ihre Handtasche fest an sich gedrückt. Der Mann habe sie geschlagen, und sie sei zu Boden gegangen. Die Schilderung der Erlebnisse fiel der Frau sichtlich schwer. Sie leide sehr unter dem Überfall und habe Angst, sagte sie. Auch die Entschuldigung des Mannes wolle sie nicht hören.

In einem weiteren Fall sah das Gericht die Schuld des 34-Jährigen auch ohne dessen Geständnis als erwiesen an. Dabei ging es um den Diebstahl einer Geldbörse der Mitarbeiterin der Drogenhilfe. Dort hatte der Mann im Büro gewartet, weil man ihn zur Arge begleiten wollte. Plötzlich sei er weg gewesen, und mit ihm die Geldbörse, sagte die Betroffene. Dass er sich in die Mitarbeiterräume einer Bäckerei geschlichen hatte, um Geld zu stehlen, bestätigte sich indes nicht.

Das Schöffengericht verurteilte den Aushilfs-Koch zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten. Außerdem muss er 600 Euro Schmerzensgeld zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von über zwei Jahren ohne Bewährung gefordert.

(bil)