Kleve: Mit dem Rad über den Deich zu den Wildpferden fahren

Radtour startet in Kleve : Der Deich führt zu den Wildpferden

Das ist Genuss pur: Eine Radtour auf dem Deich. Von der alten Festung Schenkenschanz bis zu den Wildpferden im Millinger Waard.

Eine der schönsten Radtouren im Kleverland beginnt nicht weit vor den Toren der Schwanenstadt. Sie führt entlang des Deichs, der das Hinterland vor den Fluten des Rheins bewahrt, über die Grenze bis hin ins Millinger Waard in den Niederlanden. Wir haben uns auf die rund 22 Kilometer lange Strecke von Düffelwar mit Blick auf die alte Festung Schenkenschanz bis zum Ausflugslokal Theetuin und wieder zurück begeben und dabei Niederrhein pur erlebt. Für die rund sechs Kilometer weite Anreise von Kleve bis nach Düffelward nimmt man mit dem Fahrrad am besten den Drususdeich.

Der beginnt mitten in Rindern und führt kurvenreich entlang der für den unteren Niederrhein so typischen Kolke und Rapsfelder bis nach Düffelward, direkt vor den Altrhein-Deich. Um den alten Fähranleger hinauf zu kommen, braucht es etwas Puste, danach kann man sich auf dem Deich quasi bis nach Holland rollen lassen. Von der Deichkrone aus bietet sich ein toller Blick in Richtung Schenkenschanz. Ende des 16. Jahrhunderts zählte die Festung zu den stärksten in Europa. Als Tor zu den Niederlanden galt sie lange als uneinnehmbar. Heute darf sie sich lediglich Kleves kleinster Ortsteil nennen, doch die Halbinsel mit ihren rund 100 Einwohnern ist immer noch sehenswert.

Weiter geht es in Richtung Keeken. Dort lohnt sich ein Abstecher zum Infozentrum Gelderse Poort. Die Ausstellung vermittelt Wissenwertes über Geschichte der Niederrheinischen Pforte und ihrer Menschen sowie über die annähernd zweitausend Jahre alte Kulturlandschaft mit den dort heimischen Tieren. Wer jetzt schon Lust auf einen Kaffee und ein Stück selbst gebackenen Kuchen verspürt, kann im angrenzenden Café im Gärtchen einkehren und die malerische Atmosphäre genießen.

In Höhe von Millingen passieren Radler dann die niederländische Grenze – beinahe unmerklich, denn einen Schlagbaum sucht man natürlich vergebens. Mittlerweile fährt man nicht mehr entlang des Altrheins, sondern entlang des Rheins, genauer gesagt der Waal. Die führt weiter über Nimwegen, um irgendwann gemeinsam mit der Maas in die Nordsee zu münden. Doch soweit soll es heute gar nicht gehen, denn das Ziel unserer Tour, das Millinger Waard, ist bereits in Sichtweite. Das Gebiet zeichnet sich durch seine einzigartige Flora und Fauna aus. Auf rund 700 Hektar und in weitgehend unberührter Natur gibt es Biber, etwa zweihundert Konik-Wildpferde und Galloway-Rinder in halbwilder Haltung. Die Rad- und Wanderwege führen mitten hindurch. Es ist ein echtes Erlebnis, wenn zwischendurch die eindrucksvollen Galloways und kaum weniger Respekt einflößenden Wildpferde auftauchen, wenn sie auf dem Weg zum Rheinufer sind, um dort ein kühles Bad zu nehmen.

Die vielen Eindrücke kann man dann am besten bei einer Tasse Tee verarbeiten, die man mitten im Millinger Waard im Theetuin genießen kann. Der orientalisch-mediterran inspirierte Garten sucht seinesgleichen und bietet eine tolle Gelegenheit, sich zu entspannen und das Leben zu genießen. So gestärkt kann es dann auf den Rückweg in Richtung Kleve gehen.

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