Moers: Klare Ansage für junge Narren mit Wodka-Maracujasaft

Moers: Klare Ansage für junge Narren mit Wodka-Maracujasaft

Jugendliche mit Alkohol stehen unter der besonderen Beobachtung der drei Teams Jugendschutz, Narren mit Glasflaschen unter der 19 Teams Glasschutz.

Schon zweieinhalb Stunden bevor der Nelkensamstagszug um 13.33 Uhr an der Ecke von Ottostraße und Moerser Straße in Homberg startete, stand ein Jeck an der Ecke von Lotharstraße und Homberger Straße, um dort seinen Bacardi aus einer großen Glasflasche in drei kleine Kunststoffflaschen umzufüllen. "Kein Problem", meinte er zu Christine Lauff, die ihm die Kunststoffflaschen angereicht hatte. "Wir wollen keine Zeigefinger erheben und niemand die Freude am Karneval nehmen", antwortete die stellvertretende Leiterin des Fachbereiches Straße-Vermessung-Verkehr, als sie dem Jecken zeigte, in welche Tonne er die leere Rumflasche werfen könne.

Mit Gregor Wynhoff vom gleichen Fachbereich bildete sie beim Nelkensamstagzug eines von 19 Teams, die an neuralgischen Punkten kontrollierten, ob die Narren sich an das Glasverbot halten, zum Beispiel an der Ernst-Holla-Straße, am Bahnhof, an der Kreuzung von Homberger Straße und Klever Straße, am Friedrich-Ebert-Platz oder am Hanns-Dieter-Hüsch-Haus. Dieses Glasverbot erließ die Grafenstadt 2009 als einer der ersten am Niederrhein, jetzt war es das zehnte Mal. "Fast alle kennen das Glasverbot", berichtete Gregor Wynhoff. "Die Narren sind höflich, lassen uns unaufgefordert in ihre Taschen und Rucksäcke schauen. Nur noch sehr selten haben sie Glasflaschen dabei." So haben sich die Teams im Laufe der Jahre zu Ansprechpartnern entwickelt, von denen die Narren schon einmal wissen wollen, wo sie einen Parkplatz für ihr Auto finden oder wann der erste Wagen vom Zug zu erwarten ist. Die Polizisten, die sich immer mit einem Team in der Nähe aller 19 Glasschutzteams befinden, begrüßen diese Entwicklung. "Früher war es deutlich stressiger", sagte Polizeisprecherin Kristin Heuken. "Es gab deutlich mehr Schnittwunden durch Glas und platte Reifen an den Fahrzeugen."

Die positive Entwicklung hängt auch mit den Jugendschutzteams zusammen, die Alkohol trinkende Jugendliche besonders beobachten. Drei vier- bis fünfköpfige Teams gibt es, die aus Mitarbeitern des Ordnungsamtes, des Jugendbüros und der Polizei bestehen. "Schon im Vorfeld wurden Elternbriefe, die über die weiterführenden Schulen alle Schüler der siebten bis zehnten Klassen und deren Eltern erreicht haben", erzählte Lena Brandau, Leiterin des Kinder- und Jugendbüros.

Sie war mit ihrem Jugendschutzteam auf dem Friedrich-Ebert-Platz unterwegs, ließ schon einmal 15- oder 16-Jährige ihre Flaschen mit Alkopops ausschütten. "Beliebt sind Wodka-Maracuja und Wodka-Orange", berichtete sie. "Durch den Fruchtsaft lässt sich der Alkohol fast gar nicht riechen."

Oft reiche die "klare Ansage", im Extremfall seien die Jugendlichen durch die Polizei in Gewahrsam zu nehmen.

(got)