Kirchenmusik in Moers: Die Missa brevis begeistert in St. Josef.

Kirchenmusik in Moers : Die Missa brevis begeistert in St. Josef

Gesucht: eine melodische und harmonische Messe, die allen Freude macht.

Eine rege Resonanz erlebte das Festhochamt, zu dem die Kirchengemeinde St. Josef Moers am gestrigen Ostermontag eingeladen hatte. „Eine so volle Kirche hatten wir zuletzt an Weihnachten.“, freute sich Pfarrer Herbert Werth. Auch für Arnim Bartetzky, der seit Oktober 2018 als Kirchenmusiker in St. Josef tätig ist, war die große Besucherzahl eine schöne Bestätigung für seine Arbeit – und zugleich ein Vertrauensbeweis der Gemeinde. Im Rahmen der Messe wurde seine „Missa brevis in As-Dur“ aufgeführt, und zeitgenössische Musik ist bekanntlich eher selten ein Publikumsmagnet.

Doch der Rheinberger hatte vorab versichert, dass die Komposition „kein neuzeitliches Werk“ sei, vor dem man „harmonisch und melodisch Angst haben“ müsse. Letztendlich sei es bei der Komposition vor allem darauf angekommen, „dass die Messe Freude macht“. Der Grund für die 2016 entstandene Messe war eigentlich ein sehr profaner: „Zu der Zeit hatte ich einen Kirchenchor mit einem Durchschnittsalter von über 75 Jahren. Für die sehr engagierten Sängerinnen und Sänger habe ich eine Messe gesucht, die melodisch ist und zugleich harmonisch so einfach, dass sie für die älteren Herrschaften singbar ist. Ich habe keine gefunden, und dann habe ich halt selbst eine komponiert. Dass ich die Messe jetzt mit einem professionellen Ensemble aufführen kann, ist die Krone.“

Das romantisch ausgerichtete Werk für vierstimmigen Chor, Holzbläserquartett und Streichquartett ist eine Vertonung des Mess-Ordinariums mit den Teilen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei. Unter Arnim Bartetzkys zügigem und straffem Dirigat agierte das Solistenquartett aus Valerie Bruhn (Sopran), Susanne Riediger (Alt), Adrian Kroneberger (Tenor) und Thomas Stenzel (Bass) angenehm unprätentiös und in stets ausgewogenem Miteinander mit dem gut einstudierten Chor und den souverän begleitenden Musikern der Duisburger Philharmoniker. Organist Peter Bartetzky, der Bruder des Komponisten, ergänzte die harmonisch eingängigen und melodisch zwischen Romantik und Klassik changierenden Melodien, die hin und wieder verstecke Anklänge an die Musical-Aktivititäten ihres Schöpfers erkennen ließen, einfühlsam und stimmte auch die liturgischen Zwischenspiele auf die Missa ab, so dass ein vollkommen runder und in sich geschlossener Klangeindruck entstand. „Das ist Ostern“, jubelte Pfarrer Werth. „Und der Applaus zeigt, dass es allen gefallen hat und dass die schönen Melodien die Herzen bewegen konnten.“

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