Kirchenkreis Moers: Synode erteilt jeder Form von Extremismus eine Absage.

Kirchenkreis Moers : Synode erteilt jeder Form von Extremismus eine Absage

Mehr Akzeptanz und gegenseitiger Respekt gefordert.

Eigentlich will sich Wolfram Syben nicht in das politische Alltagsgeschäft einmischen. „Aber wenn Dinge, die in einer Demokratie lange selbstverständlich waren, zur Disposition stehen, hat die Kirche sich zu äußern“, sagt der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Moers. Dazu gehört für ihn die Gleichheit aller Menschen. So sprach sich der Kreissynodalvorstand, dem er angehört, vor der Europawahl in einer Erklärung gegen alle Formen des Rechtsextremismus‘ aus. Die Sommersynode des Kirchenkreises Moers bestätigte diese Erklärung.

120 Synodale, die vor allem Mitglieder der Presbyterien und Pfarrer sind, beschlossen in Rumeln-Kaldenhausen einstimmig diese Resolution, deren Titel sie in „Entschieden gegen alle Formen des Extremismus“ abwandelten. Sie orientiert sich an einer Erklärung der Herrenhuter Brüdergemeinde, die in der Tradition steht, sich nicht politisch zu äußern. Im Unterschied dazu meldet sich der Kirchenkreis Moers manchmal politisch zu Wort, zuletzt vor drei Jahren zu einem Atomwaffenverbot. „In unserer Kirche bemühen wir uns, mit Unterschieden in Kultur, Überzeugung und Frömmigkeit respektvoll umzugehen“, lautet ein zentraler Punkt der Erklärung. „Wir erwarten dies auch von Politikern, Medien und Meinungsmachern in unserer Gesellschaft.“

Das Miteinander solle wieder „von mehr Akzeptanz und gegenseitigem Respekt“ geprägt sein, heißt es am Ende der Erklärung, die mit einem Zitat von Nikolaus Schneider vom 11. November 2011 beginnt. Der einstige Superintendent des Kirchenkreises Moers, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und EKD-Ratsvorsitzender weist auf die „ethische Perspektive“ des Christentums hin, nach der alle Menschen als Geschöpfe Gottes gleich seien. Er warnt vor einem „neuen“ Rechtsextremismus, der alle wesentlichen Grundsätze des Christentums verleugne und verletze.

Die Erklärung geht jetzt an die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland, die im Januar 2020 tagt. Zuvor, am 13. und 14. November, tagt die Herbstsynode des Kirchenkreises. Thema ist der Perspektivprozess 2025, bei dem es darum geht, wie sich Aufgaben des Kirchenkreises entwickeln, die zentral übernommen werden wie die Familienberatung, Bildung oder die Notfallseelsorge.

Außerdem stehen bei der Herbstsynode Etatfragen auf der Tagesordnung. Da die Zahl der evangelischen Christen zurückgeht, ist dies ein schwieriges Thema. Zurzeit leben im Kirchenkreis 95.000 Menschen. Die Sommersynode beschloss zudem, die Patenschaft mit der Kirche in Mitteljava-Nord fortzuführen.

Mehr von RP ONLINE