Kinder-Betreuung in Moers: Alles dicht! Anstellen für einen Kita-Platz

Kinder-Betreuung in Moers : Alles dicht! Anstellen für einen Kita-Platz

In Moers sind für das am 1. August startende Kita-Jahr fast alle Ü3-Plätze belegt. Eltern, die für ihr Kind noch eine Betreuung brauchen, rät die Stadt, schnellstmöglich Kontakt aufzunehmen – oder nach Alternativen zur Kita zu suchen.

Das Problem hat sich angekündigt: Moers kommt nicht hinterher mit dem Bau von dringend benötigten neuen Kindertagesstättenplätzen. Gut eine Wochen vor dem offiziellen Start ins neue Kita-Jahr am 1. August ist die Lage deshalb brisant. Fest steht: „Alle, die nach dem 1. August nach Moers ziehen, haben schlechte Karten“, sagt Stadtsprecher Thorsten Schröder. „Eltern, die bereits jetzt absehen können, dass sie im kommenden Kita-Jahr einen Platz in Moers brauchen, sollten sich deshalb schnellstmöglich bei der Verwaltung melden.“

 Das Betreuungsplatzlücke klafft in erster Linie bei den Über-Dreijährigen. Bis auf vereinzelte Plätze ist in den Kindertagesstätten der Grafenstadt jetzt schon alles dicht. „Wenn es im Laufe des Jahres mehr Zu- als Wegzüge bei Familien geben sollte, haben wir definitiv ein Problem“, sagt Schröder. Dann wird die Stadt ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Bereitstellung eines Betreuungsplatzes nicht nachkommen können. Letzteren können Eltern zwar vor Gericht einklagen, kurzfristig geholfen ist ihnen damit dann aber nicht. 2667 Ü3-Kitaplätze gibt es in Moers derzeit. Das ist einfach zu wenig. Selbstverständlich weiß das auch die Politik.

Mehrere Neubauprojekte für insgesamt 13 zusätzliche Gruppen sind bereits in Planung: an der Gabelsberger Straße, der Teutonenstraße, der Taubenstraße und im Moerser Feld. 2894 neue Ü3-Plätze sollen dort entstehen. Dazu: 468 Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige in Kitas und 500 Plätze in der Tagespflege (aktuell: 410 beziehungsweise 425).

Für das übernächste Kita-Jahr 2020/2021 ist Schröder deshalb auch optimistisch: „Dann werden in Moers für alle Kinder auf jeden Fall ausreichend Plätze zur Verfügung stehen“, sagt er. „Möglicherweise kann dann auch öfter der Wunsch nach Wohnortnähe erfüllt werden. Heute liegt der Kita-Platz in den wenigsten Fällen direkt vor der Haustür.“ Hauptsache, überhaupt ein Platz, lautet vielmehr die Devise.

Eltern, die im kommenden Jahr keinen Kita-Platz bekommen, rät der Stadtsprecher in jedem Fall, über Alternativen nachzudenken. „Es gibt Tagesmütter, die auch Ü3-Kinder aufnehmen, wenn sie in die Gruppe passen“, sagt er. „Informationen dazu gibt es unter anderem über die Homepage der Stadt.“

Ob die Kitaplatzsuche in Moers demnächst – wie bereits in anderen Städten – über eine sogenannten Kita-Navigator gesteuert wird, ist noch offen. Problematisch ist: Das Portal ist eine reine Registrierungsplattform, auf der Eltern ihren Bedarf anmelden können. Es gibt allerdings keinen Automatismus, der bereits versorgte Eltern aus dem Verteilprozess streicht. „Das erhöht den Aufwand für das Jugendamt“, sagt Schröder. „Bislang war das Programm aber auch technisch nicht kompatibel. Mittlerweile gibt es mit ,Kita plus’ ein neues, das passen könnte. Aktuell prüfen wir das. Wir werden noch in diesem Jahr berichten und die Politik darüber entscheiden lassen.“ Auch damit, betont der Stadtsprecher, wäre es dann aber so, dass Eltern immer erst persönlich in den Kitas erscheinen müssen. „Dann kann man online seine Wunsch-Kita und zwei weitere angeben. Die Einrichtungen entscheiden am Ende weiter selbst.“

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