Moers: Karneval verrückt in Meerfeld: Zuschauer werfen die Bonbons

Moers : Karneval verrückt in Meerfeld: Zuschauer werfen die Bonbons

Beim Karnevalszug der Regenbogenschule ziehen die Kinder im Zug - und dafür werden belohnt. Denn nicht die Zugteilnehmer werfen die Süßigkeiten, sondern die Zuschauer.

Es ist einer der kleinsten Karnevalszüge der ganzen Grafschaft - und dennoch wird er mit ganz viel Liebe gemacht: Seit mehr als 20 Jahren ziehen die Grundschüler der Regenbogenschule immer am Freitag vor Nelkensamstag über die Straßen rund um ihre Schule. Und es gibt eine Besonderheit, die diesen Zug von vielen anderen unterscheidet: Nicht die Kinder als Zugteilnehmer werfen und verteilen die Süßigkeiten, sondern die Familien, Freunde und auch Anwohner aus der Umgebung, die am Rand stehen.

Die Freude war groß, als die Schüler gestern Morgen die Nachricht erhielten, dass sie trotz des Sturmes vom Vorabend würden ziehen dürfen. 250 Schüler in einem Karnevalszug - und alle kamen mit einfallsreichen Kostümen in die Schule. Ein Rotkäppchen, ein Roboterpärchen und auch der grüne Comic-Held Hulk war zu sehen. Doch nicht nur die Schüler hatten sich tolle Verkleidungen einfallen lassen - auch die Lehrer hatten sich kreative Verkleidungen ausgedacht. Eine Klassenlehrerin war als Biene verkleidet und Schulleiterin Alexandra Kipper kam als Martin Luther. "Wenn Karneval gefeiert wird, feiern hier alle mit", sagt sie.

Am Vortag hatte jede Klasse ihren eigenen Bollerwagen geschmückt, um darin dann die Süßigkeiten der Eltern, Großeltern und Anwohner zu sammeln. "Alle Eltern, Omas und Opas, Onkels und Tanten, aber auch die Anwohner aus der Umgebung sind eingeladen, bei unserem Zug mitzumachen und Süßigkeiten an die Kinder zu verteilen", berichtet Kerstin Müller. Sie ist Klassenlehrerin der 4b. "Es ist das Highlight im Jahr und immer wieder schön zu sehen, wie viel Freude die Kinder an dem Zug haben." Alle schreien immer kräftig "Helau" und wollen möglichst viele Süßigkeiten sammeln, die sie teilweise schon auf dem Weg naschen dürfen.

Auch den Eltern gefiel der Zug wieder sehr gut. "Ich finde es schön, dass es mal umgekehrt läuft und dass die Kinder im Mittelpunkt stehen. Es ist sehr abwechslungsreich und ich glaube, jeder hat seinen Spaß daran", sagte eine Mutter, die selber jedes Jahr kräftig Süßigkeiten verteilt.

Auch der zehnjährigen Sila hat der Karnevalszug gefallen. "Das Schmücken vom Wagen und dann die Süßigkeiten darin sammeln und am Ende in der Klasse aufteilen, hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, und ich finde es schon ein bisschen schade, dass es sowas auf der weiterführenden Schule nicht gibt", erzählt die Viertklässlerin. Am Rheinkamper Ring gab es dann für alle Kinder einen Berliner - ehe es zurück zur Schule ging.

Die gesammelten Süßigkeiten wurden dann nach dem Zug - je nach Klasse - entweder fair untereinander aufgeteilt oder der Wagen blieb mit den Süßigkeiten in der Klasse stehen, damit jeder zwischendurch einfach immer wieder mal naschen konnte. "Wir hatten bisher immer Glück mit dem Wetter und unser Karnevalszug ist jedes Jahr ein riesen Erfolg. Ich freue mich schon sehr auf nächstes Jahr", sagt die Schulleiterin.

(RP)