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Moers: Kardinal-von-Galen-Haus: Seit 25 Jahren ein Zuhause

Moers : Kardinal-von-Galen-Haus: Seit 25 Jahren ein Zuhause

Die Wohneinrichtung ist fest ins Leben der Stadt eingebunden, wie die Feier zum Silberjubiläum am Wochenende zeigte.

Als vor einem Viertel Jahrhundert die Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein (CWWN) an der Römerstraße eine Wohneinrichtung erbauen ließen, drangen Rechtsradikale ein, die Waschbecken herunterrissen und nationalsozialistische Symbole an Wände sprühten. "Das war der Anlass, das Haus Kardinal-von-Galen-Haus zu nennen", erzählte am Samstag CWWN-Geschäftsführer Bernhard Wippermann.

Schließlich seien für Klemens August Graf von Galen, der von 1933 bis 1946 Bischof von Münster war, Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung ganz normale Menschen gewesen. Sie seien "Menschen, Mitmenschen, unsere Brüder und Schwestern" gewesen, wie der Bischof von Münster, der 1935 Mitautor der Anti-NS-Enzyklika "Mit brennender Sorge" gewesen war, am 3. August 1941 in seiner berühmten Predigt in der Kirche St. Lamberti in Münster den Gläubigen zugerufen habe - während sie im NS-Deutschland als "unwertes Leben" galten und ermordet wurden.

Das Kardinal-von-Galen-Haus fest und seine Bewohner sind in das Leben der Stadt eingebunden. 41 Personen wohnen in dem Haus, das von Architekt Arno Kleinlützum mit alten Backsteinen und blauen Fensterrahmen an Römerstraße gegenüber dem Real-Markt geplant wurde. "Die meisten arbeiten in den CWWN-Werkstätten an der Gutenbergstraße in Moers oder in den CWWN-Werkstätten in Rheinhausen", erzählte Leiterin Brigitte Schwarz. "Die Selbstbestimmung, die Teilnahme am normalen Leben, ist uns wichtig. Das, was die Menschen selber machen können, sollen sie selber machen."

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So gestalteten die Bewohner auch das Programm zum 25-jährigen Geburtstag mit. Zum Beispiel sang der Projektchor des Kardinal-von-Galen-Hauses, die Projekttanzgruppe warf die Beine gekonnt in die Höhe, wofür sie besonders viel Applaus der gut 300 Besucher des Geburtstages einheimsten. Darunter waren auch Dirk Möwius als Vorsitzender der Lebenshilfe Moers und Gisela Meißner als ehemalige Vorsitzende des Vereins für spastisch Gelähmte. Das Kardinal-von-Galen-Haus steht auf einem Grundstück, das die beiden Vereine mit dem Geld kauften, das sie aus einer Erbschaft erhielten, um ein Gebäude für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung zu errichten. Beide Vereine gaben das Grundstück in Erbpacht an die CWWN als Träger weiter.

Zu den Gästen zählte auch Bürgermeister Christoph Fleischhauer, der nicht nur die Grußworte der Stadt überbrachte, sondern auch seine angeheiratete Tante besuchte. "Das Kardinal-von-Galen-Haus ist ihr Zuhause", erzählte er. "Hier sind alle mit dem Herzen dabei, selbst wenn es schwer ist, einen geliebten Menschen abzugeben."

(got)