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Bürgerinitiative in Moers: Kampf gegen Amprion-Trasse

Bürgerinitiative in Moers : Kampf gegen Amprion-Trasse

Für Hartmut Hohmann war die erste Bürgerversammlung in der Utforter Awo-Begegungsstätte zum geplanten Bau der Höchstspannungsleitung durch den Ortsteil "ein wichtiger Abend". Eine Bürgerinitiative wurde auf den Weg gebracht.

Der SPD-Ratsherr ist als Anwohner Betroffener und Starthelfer zugleich. Er will sich nun zurücknehmen. "Wir haben viel erreicht", so seine knappe Einschätzung. Zum Ende der ersten Versammlung erklärten sich viele Anwohner bereit, den Protest gegen die Höchstleitung in Utfort als Teil der Stromautobahn von Nord nach Süd zu organisieren.

Veranstalter der nächsten Versammlung wird dann bereits die Bürgerinitiative sein. Geplant ist zudem eine Homepage und ein dichtes E-Mail-Netz, um möglichst zeitnah zu informieren. Die "Task-Force für die Kernarbeit", so Hohmann, "kann ihre Arbeit starten und ist jetzt eine Initiative von allen. So haben wir eine Chance auf Einflussnahme."

Dass die Moerser Politik nach Mitsprachemöglichkeiten sucht, verdeutlichte auch Claudia van Dyck, stellvertretende CDU-Fraktionschefin, bei der Bürgerversammlung. Ihre Fraktion hat eine Einladung an Umweltminister Peter Altmaier zu einen Vor-Ort-Termin in Utfort geschickt. "Uns fehlen einfach Informationen", sagt sie. Auch Hohmann bestätigte für seine Fraktion, dass man sich noch beraten werde, um Einflussmöglichkeiten der Stadt gegen den Planstellungsbeschluss der Bezirksregierung auszuloten. Auch die Verwaltung habe Bedenken. Generell, so die Einschätzung von Hohmann nach einem informellen Gespräch mit der RWE-Tochter Amprion, sei die Planung kaum veränderbar, "nur noch in Nuancen."

Die Energiewende werde von Berlin von oben nach unten durchgesetzt. "Die Kommunen kriegen den fertigen Plan. Den müssen wir fressen oder nicht", sagte Hohmann. So erfuhr er als SPD-Sprecher des Planungsausschusses auch erst bei diesem Gespräch, dass der Netzbetreiber die Fläche Jägerstraße bis zum Umspannungswerk erworben hat und somit über "eine optimale Erweiterungsfläche" verfügt.

Das Interesse an der Bürgerversammlung und weiteren Informationen war riesig. Nicht alle Interessenten fanden in der Awo-Begegnungsstätte einen Sitzplatz. Die Frage nach gesundheitlichen Risiken und Belastungen der Anwohner in direkter Nähe zur geplanten 380-Kilovolt-Trasse in Utfort stand im Vordergrund. Haus- und Wohnungsbesitzer befürchten Wertminderungen im Stadtviertel. Kleingärtner wollen ihre Parzellen aufgeben.