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Kamp-Lintfort: Kamp-Lintfort will den Bahnanschluss

Kamp-Lintfort : Kamp-Lintfort will den Bahnanschluss

Die Zeichen für den Bahnanschluss stehen gut: Stadtverband und Fraktion der SPD in Kamp-Lintfort diskutierten mit dem Chef des Duisburger Hafens und dem Vorstand der Niag darüber, was zu tun ist, damit "die Bahn kommt".

Das Zeitfenster ist eng: Oder wie es Dr. Hans-Ulrich Krüger, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW, auf den Punkt brachte: "Es lohnt nicht, noch fünf Jahre zu warten. Dann ist der Zug abgefahren." Der Bahnanschluss ist für die Entwicklung Kamp-Lintforts von entscheidender Bedeutung. "Es gibt viele Gründe, das Projekt voranzutreiben. Die Zeit ist günstig. Und das vorhandene Gleis ist dabei ein wichtiger Faktor", bekräftigte Bürgermeister Dr.

Christoph Landscheidt auf der Veranstaltung, zu der Stadtverband und Fraktion der SPD in Wellings Parkhotel eingeladen hatte. Und so wie es aussieht, hat die Stadt Kamp-Lintfort starke Partner an der Seite: "Wir stehen Gewehr bei Fuß, um Arbeitsplätze nach Kamp-Lintfort zu holen", erklärte Erich Staake, Vorsitzender des Vorstands der Duisburger Hafen AG. Gemeinsam mit Logport Ruhr, einem Joint Venture zwischen Duisport und der RAG, soll auf dem Gelände der Kohlenlagerfläche des Bergwerks West ein Logistikzentrum entstehen.

Staake machte gestern jedoch deutlich, dass für einen erfolgreichen Betrieb zumindest immer zwei Verkehrsträger nötig seien – Schiene, Straße oder Wasser. Sonst komme man im Wettbewerb der Logistikstandorte nicht nach vorne, erklärte der Fachmann. Zuspruch kam auch von Dr. Werner Kook, Vorstand der Niederrheinischen Verkehrsbetriebe (Niag), die als Betreiber infrage kommen würden. Er erklärte: "Wenn über Logistik und Personennahverkehr gesprochen wird, dann fühle ich mich angesprochen.

" Die Region sei eine Logistik-Drehscheibe. Man müsse alles tun, was für die Infrastruktur notwendig sei und auch dem Mobilitätsbedürfnis der Leute entgegenkomme. "Die Region muss sich rüsten. Wir können Bahnbetrieb und Strecken im Betrieb halten", erklärte Werner Kook, mahnte zugleich aber: "Wir müssen uns darüber Gedanken machen, wie wir den Reiter aufs Pferd bekommen und jetzt über Finanzierungsmodelle nachdenken. Man sollte sich nicht mit pauschalen Bekundungen aufhalten.

" Moderator René Schneider, SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Stadtverbandes in Kamp-Lintfort, wollte daraufhin von Krüger wissen, welche Schritte jetzt zu unternehmen seien: "Sie brauchen einen überzeugenden Businessplan", sagte der Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Innenministerium und zog den Vergleich zu seiner Heimatstadt Voerde. "Sie hat heute 7000 Einpendler. Ohne die Bahn wäre die Entwicklung dieser Stadt nie so möglich gewesen.

" Entscheidungsebenen sind der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und das Land Nordrhein-Westfalen. Bürgermeister Landscheidt hob hervor, dass das Zeitfenster nur jetzt offen sei. "Wir brauchen noch in diesem Jahr eine Entscheidung." Damit der Bahnanschluss perspektivisch ab 2016 Realität werden kann.

(RP)