Kamp-Lintfort: Neuer Gesprächskreis zur Bibel

Kirche in Kamp-Lintfort : Neuer Gesprächskreis zur Bibel

Pfarrer Michael Ehrle möchte mit Menschen über die Heilige Schrift diskutieren und philosophieren.

Die Bibel kennen lernen, ihre Aussagen verstehen und für das eigene Leben anwenden, das ist das Ziel eines neuen Bibelgesprächskreises mit dem katholischen Pfarrer der Kamp-Lintforter Gemeinde St. Josef, Michael Ehrle, der jetzt zum ersten Mal im Café des Kamper Klosters stattfand. Insgesamt fünf Frauen und vier Männer waren dieser Einladung gefolgt, wobei einige von ihnen sogar aus dem benachbarten Rheinberg und aus Duisburg-Homberg gekommen waren.

„Ich finde es toll, dass sowas hier wieder auf dem Kamper Berg stattfindet“, freute sich eine der Teilnehmerinnen. „Das hat es schon mal gegeben, ist dann aber wegen Krankheit des damaligen Pfarrers eingestellt worden. Ich hoffe, dass es diesmal länger anhält.“ Sie selber war „ganz einfach allgemein an der Bibel interessiert“. Ein anderer Teilnehmer „tat sich mit der Offenbarung des Johannes schwer“, ein weiterer „stand mit einigen alttestamentarischen Geschichten auf Kriegsfuß“ und ein dritter suchte eine Antwort auf die Frage, wer Jesus Christus war und ist.

Eine Menge unterschiedlicher Interessen, die sich Pfarrer Ehrle für die demnächst weiterhin an jedem zweiten Donnerstag im Monat geplanten Bibelgesprächsveranstaltungen sorgfältig notierte. Sein Einstieg an diesem Donnerstag bestand aber erst einmal aus einigen sachlichen Einführungen in die Entstehungsgeschichte der Bibel und ihre unterschiedlichen sprachlichen Quellen. So sei die Mutter Gottes in einigen Übersetzungen zum Beispiel als „Jungfrau“, in anderen dagegen als „junge Frau“ bezeichnet worden, über die der Heilige Geist gekommen sei und sie damit rein und frei von jeder Sünde, also zur „Jungfrau“ gemacht habe. „Wie dieses Beispiel zeigt, ist jede Übersetzung eine Interpretation. Das ist schon die erste Schwierigkeit“, erklärte Ehrle.

„Dazu kommen die unterschiedlichen Schriftsteller und die Tatsache, dass viele Berichte erst viele Jahre nach dem eigentlichem Geschehen entstanden sind.“ Dennoch habe dieses Buch die Weltgeschichte auf eine unbeschreibliche Weise beeinflusst, und zwar weil darin neben den alt- und neutestamentarischen Geschichten vor allem unzählige Beispiele von individuellen und kollektiven Glaubenserfahrungen beschrieben worden seien. Schon deswegen sei die Bibel mit dem Leben der heutigen Menschen nach wie vor ganz eng verknüpft. Dazu gaben die am Ende ausgeteilten Arbeitsblätter zu den Themen „Die neuen Thesen“ und „Verletzung körperlicher Unversehrtheit“ den Teilnehmern eine Hausaufgabe mit.

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