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Kammerchor Moers überzeugt mit Brahms' „Deutsches Requiem"

Konzert in Moers : Kammerchor überzeugt mit Brahms’ „Ein Deutsches Requiem“

Beim traditionellen Konzert des Moerser Kammerchores in der evangelischen Stadtkirche stand am Samstagabend „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms auf dem Programm. Das Werk nimmt unter den großen Totenmessen der klassischen Musik eine besondere Stellung ein, denn anders als bei den Requien von Mozart, Verdi, Berlioz oder Donizetti tauchen keine einzelnen Sätze der lateinischen Messe auf.

In Abgrenzung zur traditionellen Totenmesse in lateinischer Sprache stellte Johannes Brahms für sein „deutsches Requiem“ biblische Texte aus der Luther-Übersetzung des alten und neuen Testamentes zusammen, bei denen der Aspekt des Trostes für die Lebenden im Vordergrund steht.

Der Kammerchor orientierte sich bei der Zusammenstellung des Konzertablaufs an der Uraufführung des Werkes, die am Karfreitag des Jahres 1868 im Bremer Dom stattfand. Um den Christusbezug, der beim Requiem von Brahms keine Rolle spielt, zu verstärken, wählte der Komponist für die Bremer Uraufführung Arien, Chorstücke und Instrumentalmusik von Komponisten aus, die großen musikalischen Einfluss auf sein eigenes Schaffen hatten. Dieser Auswahl folgend, eröffneten der „Moerser Kammerchor“ und die Instrumentalisten der „Camerata Louis Spohr“ unter der Leitung von Klaus-Peter Pfeifer das Konzert in Moers mit dem „Abendlied op. 85“ von Robert Schumann in einer Fassung für Cello und Harfe, der Arie „Erbarme dich Gott“ aus der „Matthäuspassion“ von Bach, die von der Altistin Esther Borghorst gesungen wurde, sowie dem Chorgesang „Sehet an das Gotteslamm“, dem strahlenden „Hallelujah“ und der sanften Sopran-Arie „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“ aus dem „Messias“ von Händel, die Katharina Leyhe ausdrucksstark vortrug.

Nach dem zarten Andante aus dem „Violinkonzert in a-Moll“ von Bach war dann „Ein deutsches Requiem op. 45 nach Worten der heiligen Schrift“ mit seiner romantischen Tonsprache zu hören, bei der lyrische und liedhafte Passagen mit dramatischen Abschnitten in einem Wechsel stehen. Die Sänger des Kammerchores meisterten die anspruchsvollen dynamischen Herausforderungen der Komposition, die sich in den Gesängen „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras“ und „Denn wir haben hier keine bleibende Statt“ zeigten, ebenso souverän wie die Sopranistin Katharina Leyhe und der Bariton Dimitri Vargin ihre Solopartien. Das Publikum bedankte sich mit tosendem Beifall.