Moers: Kamera reist durch den Körper

Moers : Kamera reist durch den Körper

Kameras, die über einen Schlauch durch den menschlichen Körper geleitet werden, die sind ja nichts Neues mehr. Jetzt gibt's eine Aufnahmegerät, das geht auf eigene Faust auf die Reise durch den Organismus.

Dr. Christoph Vogt zeigt das kleine Ding, das sich "Pill-Cam" nennt: eine zwei Zentimeter lange Kapsel mit einem Zentimeter Durchmesser. "Da ist eine Kamera drin", sagt der Chefarzt der Abteilung Innere Medizin am St. Josef Krankenhaus Moers.

Erspart Schlauch-Endoskopie

Der Patient schluckt die Pill-Cam, die auf natürlichem Wege das Verdauungssystem passiert und dabei Bilder vom Verdauungstrakt aufnimmt. Die Bilder, die die Kamera während ihrer Wanderung durch den Körper aufnimmt, werden an ein Gerät übertragen, das am Bauch des Patienten angebracht wird. Die Pill-Cam ist ein Einmalartikel und wird auf natürlichem Wege durch die Darmbewegungen des Patienten ausgeschieden.

Die im Datenrekorder gespeicherten Fotos wertet der Arzt aus. Auf dem Monitor sieht der Mediziner eine naturgetreue, farbige Darstellung der inneren Dünndarmwand. Mit Hilfe der Kapsel-Endoskopie kann der Arzt sich ein Bild aller Dünndarmabschnitte machen, ohne dass der Patient eine Schlauch-Endoskopie vornehmen lassen muss.

Obgleich sich auch auf diesem Gebiet viel getan hat. So gibt es seit einiger Zeit etwa einen nur fünf Millimeter dicken Schlauch zum Einführen durch die Nase. Modernste Endoskopiegeräte gibt es in beiden Moerser Krankenhäusern, St. Josef und Bethanien.

(RP)
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