Kabarett in MOers: „La Signora“ und die Rolle der Frau

Kabarett in Moers : „La Signora“ und die Rolle der Frau

Carmela De Feo gestaltete in diesem Jahr die schon traditionelle zweitägige Kabarettveranstaltung der Moerser Gleichstellungsstelle zum Weltfrauentag.

„Unfassbar, wie gut die Frauen hier am Niederrhein aussehen.“ Carmela De Feo war begeistert. Die Oberhausener Kabarettistin – besser bekannt unter ihrem Bühnennamen als „La Signora“ – gestaltete in diesem Jahr die schon traditionelle zweitägige Kabarettveranstaltung der Moerser Gleichstellungsstelle zum Weltfrauentag in der sowohl am Freitag als auch am Samstag komplett ausverkauften Rheinkamper Kulturhalle. Wie üblich ganz in Schwarz mit strengem Dutt und Haarnetz begeisterte sie ihr ausschließlich aus Frauen bestehendes Publikum an beiden Abenden mit einer Mischung aus frechen Sprüchen, ironischen Liedern und temperamentvollen Tanzeinlagen.

Dabei ging es in dem gut zweistündigen Programm weniger um das andere Geschlecht, sondern eher um De Feos eigene Rolle als Frau und Bühnenkünstlerin in einer männlich geprägten Welt. So lautete denn auch ihr erstes Bekenntnis: „Oh Gott, jeder weiß es. Ich bin eine Frau.“ Das stimmte, auch wenn sie sich anschließend sogleich gesanglich zu einer eher männlichen Leidenschaft, nämlich dem Autofahren und damit verbunden dem Einatmen von Abgasen bekannte: „In der Garage mache ich den Motor nicht mal am Wochenende aus.“

Noch wohler, so fuhr sie fort, fühle sie sich aber auf der Bühne. „Ich bin ein Medienstar, Medienstar rund um die Uhr“, erklärte die Kabarettistin singend und verbog ihren Körper dazu mit betont ungelenken Verrenkungen. „Die männlichen Kollegen müssen sich, um weiter zu kommen, ausziehen. Das musste ich nie. Mit Talent kann man sich nicht hochschlafen.“

Was sie dagegen viel mehr bewege, sei die schon seit Jahren schleichende Bedrohung, als Frau gänzlich überflüssig zu werden: „Hausfrau war bisher eine echte Paraderolle. Was ist schöner als einen Staubsauger wie einen toten Esel hinter sich her zu ziehen?“ Aber diese Rolle sei in Gefahr. Frauen würden immer überflüssiger. Zuerst hätten die Männer die Waschmaschine erfunden, dann die Fertiggerichte und dann auch noch den Thermomix. „Wer hat denn so ein Kochgerät zu Hause?“, wollte De Feo wissen. „Aha“, kommentierte sie interessiert, als sich ein paar zaghafte Hände im Saal hoben. „Und was macht ihr damit?“

Ähnlich interessiert zeigte sich „La Signora“ zwischendurch auch an der ehelichen Haushaltsaufteilung ihrer Zuschauerinnen und den ersten Begegnungen mit ihren Männern. Darin war sie wahrlich unschlagbar.

Nach den beiden Vorstellungen am Freitag und Sonntag gab es übrigens noch eine dritte am Sonntag, diesmal jedoch für Frauen und Männer gemeinsam.

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