Moers: Junge Senioren mischen Moers auf

Moers : Junge Senioren mischen Moers auf

Großes Lob für neugegründete Netzwerke, in denen Ältere ihre Zukunft selbst bestimmen können.

So viel Lob bekommen Bürgermeister Christoph Fleischhauer und Kornelia Jordan von der Leitstelle Älterwerden in Moers sonst selten zu hören: Nirgendwo in ganz NRW, so Christine Sendes von der ZWAR-Koordinierungsstelle des Landes, habe sie eine solch gute Zusammenarbeit von unterschiedlichen Trägern erlebt, wie in Moers. ZWAR steht für "Zwischen Arbeit und Ruhestand". Das Programm richtet sich an Menschen zwischen 55 und 69 Jahren, die ihren Lebensabend im Stadtteil aktiv mitgestalten wollen.

Das Land fördert das Programm schon seit 1979. Was Christina Sendes aber so ins Schwärmen kommen ließ, ist der frische Wind, der seit einigen Jahren durch Moers weht und im vergangenen Jahr noch einmal belebt worden ist. Seit September 2016 haben sich in Moers in sieben Stadtteilen Netzwerke aus der Generation Ü-55 gebildet, die in der Gründungsphase jeweils von einem oder mehreren Trägern der Seniorenarbeit bis zu einem Jahr lang moderiert und koordiniert werden.

Ein entsprechendes persönliches Anschreiben von Bürgermeister Christoph Fleischhauer (CDU), in dem dieser zu den Gründungsversammlungen einlud, habe 22 000 Menschen in Moers erreicht, berichtete Jordan. 750 seien dann zu den Gründungsversammlungen gekommen, von denen etwa 250 bis 300 regelmäßig mitarbeiteten.

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Wie sich gestern bei einer ersten Zwischenbilanz-Runde im Moerser Rathaus zeigte, befinden sich die Netzwerke in ganz unterschiedlichen Phasen. In Asberg etwa kamen 140 Senioren erst in der vergangenen Woche zu einer ersten Informationsveranstaltung zusammen. In Repelen dagegen kann Pfarrer Uwe-Jens Bratkus-Fünderich schon auf einige Erfahrung in der Netzwerkarbeit zurückgreifen: "Vor 20 Jahren hatte kaum einer der Älteren einen PC. Heute ist es kein Problem, jemanden zu finden, der einem schnell mal eine Homepage baut."

Inhaltlich bilden die Aktivitäten einen bunten Strauß: von Erste-Hilfe-Kursen über Tanzabende oder gemeinschaftliche Ausflüge bis hin zu einer Initiative mit Namen "Lösungsmittel", in der die Teilnehmer Nachbarschaftshilfe organisieren wollen. Dabei werden auch Jüngere miteingebunden: So verrieten Schüler der Justus-von-Liebig-Schule in Meerbeck Senioren etwa ihre besten Tricks im Umgang mit Smartphones.

Kornelia Jordan : 0 28 41 / 201-609, E-Mail: kornelia.jordan@moers.de

(RP)
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