Moers: Jugend protestiert gegen aktuelle Umverteilung

Moers: Jugend protestiert gegen aktuelle Umverteilung

Knapp 30 Vertreter aus 26 Jugend-Kultur-Einrichtungen in ganz NRW trafen sich vorgestern im Moerser Bollwerk. Die Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) soziokultureller Zentren NRW haben sich aber nicht nur untereinander über die immer schwieriger werdende Finanzsituation ausgetauscht, sondern einen Aufruf verfasst. Da immer mehr Einrichtungen in ihrem Bestand gefährdet sind, stellen sich die Jugendkulturzentren im Lande quer: "Wie machen den Sch... nicht mehr mit!"

Die Probleme in den Städten nehmen zu, führen Reiner Bode, Geschäftsführer der LAG Münster, und Vorstand Johannes Brackmann aus Essen aus. Zunehmende Arbeitslosigkeit und soziale Probleme, schlechte Bildungschancen, steigende Mieten und sinkende Einkommen belasteten die Menschen. Für die Kultur bedeute das weniger "fördern, was es schwer hat" hin zu Events und Mainstream-Kultur. "Eine sparende Stadt" sei in Wahrheit eine aussondernde Stadt – ganz wie im 19. Jahrhundert. Der Aufruf soll Politiker in allen Gremien warnen: "Wir lassen uns nicht für blöd verkaufen und machen beim Umverteilungsspiel nicht mehr mit. Wir wollen weder dabei helfen, das angerichtete Finanzdesaster auf unsere Kosten auszubaden, noch denken wir daran, unser Tafelsilber zu verhökern. Wir wollen weiterhin in lebenswerten Städten leben."

(RP)