1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Jochen Schaten ist neuer Bezirksbeamter für Moers-Meerbeck

Polizei in Moers : Neuer Bezirksbeamter für Meerbeck

Was die nackten Zahlen betrifft, geht es laut Polizei in Meerbeck nicht gefährlicher oder krimineller zu als in jedem anderen Moerser Stadtteil. Als Ansprechpartner vor Ort soll Jochen Schaten auch für gefühlte Sicherheit sorgen.

Polizeihauptkommissar Jochen Schaten ist der neue Bezirksbeamte in Meerbeck-Hochstraß. Bereits seit März ist der 51-Jährige als Ansprechpartner für die Bewohner im Stadtteil unterwegs. Für Ordnung sorgen, ja – vor allem aber auch ganz nah dran sein, Vertrauen aufbauen, Schulen, Kitas und Pflegeheime besuchen, hinsehen und zuhören – das ist jetzt sein Job. „Im Wach- und Wechseldienst war es in der Vergangenheit kaum möglich, sich Zeit zu nehmen“, sagt Schaten, der seit 1988 Polizist und seit 1992 „auf Streife“ im Kreis Wesel ist. „Jetzt kommt es auch schon mal vor, dass ich eine Stunde lang ein Gespräch führe. Die Menschen honorieren das.“

Zehn Bezirksbeamte gibt es aktuell im Moerser Stadtgebiet. Eine Stelle – die in Repelen – ist derzeit nicht besetzt. Bei der Auswahl der Bewerber geht die Behörde sehr sorgfältig vor. Nicht jeder junge Polizist kann sofort Bezirksbeamter werden. „Wichtigstes Kriterium ist neben der Dienst- und Lebenserfahrung das Fingerspitzengefühl“, sagt Kreispolizeidirektor Rüdiger Kunst. Und Jochen Schaten bringe davon sehr, sehr mit. „Er weiß mit Menschen ins Gespräch zu kommen und kann aufgrund seiner sozialen und rechtlichen Kenntnisse die Problemlagen unterschiedlicher Einzelpersonen oder Bevölkerungsgruppen bewerten und einordnen.“

  • v. l. n. r.: Dr. Christoph
    Vizepräsident des Landtags besucht das Bethanien-Krankenhaus : Keymis lobt das Moerser Modell
  • Unglück in Duisburg : 43-jähriger Moerser stirbt nach Badeunfall im Uettelsheimer See
  • Trauer um Johannes Franken. Menschen haben
    REES/EMMERICH : Parkplatz als Ort der Trauer um Johannes Franken

80 Prozent Außendienst machen die Arbeit des „Stadtteilpolizisten“ aus. Schatens Vorgänger, Joachim Großart, war bis zu seiner Pensionierung mehr als 20 Jahre lang im Bezirksdienst. Dass er zum Schluss krankheitsbedingt nicht mehr so häufig vor Ort sein konnte, haben die Menschen mitbekommen. „Ihnen fehlte der Ansprechpartner und vielleicht auch das Gefühl, dass die Polizei vor Ort präsent ist – wobei sie das selbstverständlich ist, auch, wenn es nicht gleich jeder mitkriegt“, sagt Kunst.

Voraussichtlich viermal im Jahr will Jochen Schaten Sprechstunden im Stadtteilbüro an der Bismarckstraße anbieten. Im Großen und Ganzen, sagt er, gehe es dabei auch um Prävention und die Vermittlung eines subjektiven Gefühls von Sicherheit. Was die nackten Zahlen betrifft, sei Meerbeck zwar nicht gefährlicher oder „krimineller“ als jeder andere Moerser Stadtteil, betont Rüdiger Kunst. Trotzdem gebe es immer wieder Situationen, die das Gefühl entstehen ließen.

Zuletzt hatte eine Schlägerei mit mehreren Beteiligten am Pfingstsamstag bei Anwohnern nicht nur für erhebliches Unbehagen und Ärger gesorgt, sondern auch die Diskussion um tatsächliche und gefühlte Sicherheit im Stadtteil angefacht.

Der Tatort, ein Anwohnerparkplatz des Wohnungsbaunternehmens Vivawest, liegt mitten im Ort – im Dreieck zwischen Jahnstraße, Donaustraße und Mettlacher Straße. Die Gärten, die ihn umgeben, sind zum Parkplatz hin blickdicht bepflanzt, das Areal als solches von außen kaum einsehbar. Laut Anwohnern soll es dort seit Jahren immer wieder Ärger mit ungebetenen Gästen geben. Der Parkplatz, heißt es, sei ein Treffpunkt der „Auto-Szene“, auch Drogen würden dort regelmäßig konsumiert und verkauft.

Die Polizei kann das statistisch zwar nicht bestätigen, hat das Areal nun aber  verstärkt im Blick. Seit dem Vorfall an Pfingsten seien Personenkontrollen auf dem Parkplatz verstärkt worden, sagt Polizeihauptkomissar Helmut Heuner. Für den 2. Juli  ist ein Runder Tisch, unter anderem mit Vertretern der Parkplatzeigentümerin Vivawest, geplant.