Jan Fallack (CDU) zur Inklusion in Moers: „Es muss eine echte Wahl geben“.

Jan Fallack (CDU) zur Inklusion in Moers : „Es muss eine echte Wahl geben“

Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Moers-Mitte über eine Neuausrichtung der Inklusion.

Herr Fallack, Sie haben im Juni einen Antrag zur schulischen Inklusion für die CDU in den Moerser Stadtrat eingebracht. Worum geht es genau?

Fallack Mit Inklusion ist in dem Fall gemeint, dass junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf nicht benachteiligt werden sollen. Sie sollen insbesondere Regelschulen wie Gesamt-, Real- und Hauptschulen besuchen können. Nach der Neuausrichtung der Landespolitik sollte nach unserer Auffassung auch die Moerser Kommunalpolitik den Mut für eine Neuausrichtung der Inklusion finden.

Jan Fallack, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Moers-Mitte. Foto: Peter Gottschlich

Was schlagen Sie vor?

Fallack Die inkludierenden Regelschulen müssen so ausgestattet werden, dass sie die zusätzlichen Lasten dauerhaft tragen können. Das gilt vor allem mit Blick auf Klassengrößen und Lehrpersonal. Man darf nicht vergessen, dass von der Inklusion stets auch junge Menschen betroffen sind, die selbst keinen besonderen Unterstützungsbedarf haben.

Heißt das, Sie möchten den Zugangsanspruch beeinträchtigter Kinder beschränken?

Fallack Nein! Wer das Regelschulsystem besuchen möchte, soll das tun können. Allerdings sind nicht alle jungen Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf in den Regelschulen gut aufgehoben. Das sehen in vielen Fällen auch die betroffenen Familien so.

Wie kann also die Lösung aussehen?

Fallack Unserer Meinung nach muss es eine echte Wahl zwischen dem Regel- und dem Förderschulsystem geben. Voraussetzung des Wahlrechts ist, dass ein bedarfsgerechtes Förderschulangebot gut erreichbar ist. An dieser Stelle wäre eine stadtgebietsübergreifende Entwicklungsplanung hilfreich.

Wie geht es jetzt weiter?

Fallack Die Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und Grafschaftern, hat den Antrag zunächst abgelehnt. Damit ist die CDU die einzige Partei, die sich schützend vor die Moerser Schulen gestellt hat, insbesondere vor die Gesamtschulen. Es ist leider absehbar, dass die Inklusion weiterhin Probleme machen wird. Wir werden die Verantwortlichen benennen, zugleich aber offen und gesprächsbereit bleiben und Lösungen anbieten.

(juha)
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